Die Europäische Union hat zum 25. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl weitere 110 Millionen Euro für die Beseitigung der Folgen des Super-Gaus angekündigt. Das Geld werde für Projekte bereitgestellt, sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Montag nach Angaben der Agentur Interfax in Kiew. Nähere Angaben machte er zunächst nicht. «Atomare Sicherheit ist ein weltweites Problem, das eine weltweite Antwort erfordert», sagte Barroso bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch.
Angesichts der Reaktorunglücke im japanischen Fukushima seien auch die bis heute ungelösten Probleme in Tschernobyl von besonderer Aktualität, sagte Janukowitsch. Dort lagern weiter Hunderte Tonnen radioaktives Material.
Ein großer Schritt vorwärts
Das zusätzliche Geld von der EU bedeute einen großen Schritt vorwärts, sagte EU-Kommissar Andris Piebalgs einer Mitteilung zufolge. Bisher habe die Kommission etwa 470 Millionen Euro für Tschernobyl-Projekte bereitgestellt. Bis 2015 seien jedoch weitere 740 Millionen Euro notwendig, hieß es.
Piebalgs nimmt an diesem Dienstag an einer Geberkonferenz für Tschernobyl in Kiew teil. Dabei will die internationale Gemeinschaft vor allem Geld für einen 29 000 Tonnen schweren zusätzlichen Schutzmantel sammeln, der den in einer atomaren Sperrzone gelegenen Reaktor abdichten soll. Dafür sind 1,6 Milliarden Euro veranschlagt.
Es fehlt noch viel Geld
Da ein Großteil des Geldes für den Sarkophag fehlt, hofft die Ukraine im Zuge des Gedenkens auf weitere Finanzzusagen in Höhe von mindestens einer halben Milliarde Euro. Höhepunkt der Erinnerung an das bislang folgenschwerste Atomunglück ist eine internationale Tschernobyl-Konferenz an diesem Mittwoch in Kiew. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat seine Teilnahme zugesagt.
Im Atomkraftwerk Tschernobyl war am 26. April 1986 bei einer misslungenen Notfallübung der Reaktor 4 explodiert. In der Folge wurde eine radioaktive Wolke freigesetzt, die sich über weite Teile Europas ausbreitete.
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