Eineinhalb Jahre nach dem offiziellen Startschuss für den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) hat der Euro-Rettungsschirm das einzuzahlende Kapitalvolumen von 80 Milliarden Euro vollständig erreicht. Die Zielsumme wurde nach Überweisung einer fünften und letzten Tranche von 15,7 Milliarden Euro durch die Mitgliedstaaten der Währungsunion erfüllt, wie der in Luxemburg ansässige Fonds am Donnerstag mitteilte. Damit steht nun ein Ausleihvolumen von 500 Milliarden Euro zur Verfügung.
Diese Summe werde von keiner anderen Finanzinstitution der Welt erreicht, erklärte der deutsche ESM-Direktor Klaus Regling. Mit der im Oktober 2012 vollzogenen Einrichtung des ESM per völkerrechtlichem Vertrag hatten die europäischen Länder die Konsequenz aus der Euro-Schuldenkrise gezogen. Der Fonds kann wankenden Euro-Ländern etwa mit umfassenden Kreditprogrammen, Finanzspritzen für Banken oder durch den Aufkauf von Staatsanleihen unter die Arme greifen.
Die ESM-Gesamtkapazität errechnet sich aus 80 Milliarden Euro eingezahltem und gut 620 Milliarden Euro bei den Mitgliedsstaaten abrufbarem Kapital. Da ein Teil der Summe als Sicherheitsrücklage benötigt wird, kann der ESM rund 500 Milliarden Euro tatsächlich einsetzen.
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