Es sei Islamabad unmissverständlich klar gemacht worden, dass die USA auch künftig mit Drohnen Al-Kaida-Ziele angreifen würden, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta am Mittwoch in Neu-Delhi. Gut ein Jahr nach dem Tod von Osama bin Laden durch ein US-Sonderkommando war der neue stellvertretende Al-Kaida-Chef beim Beschuss einer ferngesteuerten Drohne ums Leben gekommen.
Pakistan hatte die USA nach der Attacke erneut zu einem Stopp der Einsätze auf seinem Staatsgebiet aufgerufen. Panetta betonte indes, es gehe auch um die Souveränität der USA. Die Angriffe seien nicht nur zum Schutz der Vereinigten Staaten, sondern auch Pakistans, da das pakistanische Volk ebenfalls Ziel von Angriffen der Al-Kaida sei. In den USA wurde erwartet, dass der erfolgreiche Anti-Terror-Einsatz Präsident Barack Obama im Wahlkampf nützen wird.
«Er wurde informiert»
Pakistan hatte am Dienstag den stellvertretende US-Botschafter Richard Hoagland wegen der Attacke einbestellt. «Er wurde informiert, dass die Drohnenangriffe ungesetzlich waren und gegen internationales Recht und die Souveränität Pakistans verstoßen», teilte das pakistanische Außenministerium anschließend mit.
Der Tod von Abu Jahia al Libi war in den USA mit besonderer Genugtuung aufgenommen worden, weil er drei Jahre nach seiner Verhaftung 2002 in Pakistan aus dem amerikanischen Militärgefängnis Bagram in Afghanistan hatte fliehen können. US-Präsidentensprecher Jay Carney bezeichnete den tödlichen Droheneinsatz als «wichtigen Schlag» gegen Al-Kaida. Das Terrornetzwerk werde seinen «Geschäftsführer» nicht so leicht ersetzen können. Es gebe anscheinend niemanden, der unmittelbar die Nachfolge antreten könne. Libis Tod sei Teil des Niedergangs von Al-Kaida.
Ruhm nach Flucht
Nach seiner Flucht hatte der Islamgelehrte al Libi in zahlreichen Videos zu Angriffen gegen US-Ziele aufgerufen. Er sprach darin von Lektionen, die er in der US-Gefangenschaft gelernt habe, und beschrieb die Amerikaner als feige und verloren.
Vor allem seine Flucht aus Bagram habe ihm Ruhm und Ansehen innerhalb der Al-Kaida eingebracht, sagte Anti-Terrorismus-Experte Jarret Brachman. «Die Leute haben (Al-Kaida Chef Aiman al-) Sawahiri vielleicht verehrt, doch Abu Jahia haben sie geliebt.» Die USA hatten ein Kopfgeld von einer Million Dollar ausgesetzt.
«Eine gute Geheimdienstarbeit»
«Die Tötung von al Libi zeigt die zunehmende Fertigkeit und Fähigkeit sowie gute Geheimdienstarbeit, die sich die USA während ihres zehn Jahre langen Kampfs gegen die Al-Kaida erworben haben», sagte Aaron David Millier vom Wilson Center, der in der Vergangenheit Berater von sechs US-Außenministern war. Die Tötung mache Obama zum obersten Terroristenjäger in diesem Krieg.
Die USA flogen zuletzt innerhalb von weniger als zwei Wochen sieben Drohnenattacken, deren Ziel offenbar al Libi war. Die pakistanischen Behörden hatten nach dem Angriff am Montag erklärt, dass bei einem Angriff in dem Dorf Khassu Khel im Stammesgebiet Nord-Waziristan acht Extremisten getötet worden seien. In einem der getroffenen Häuser befand sich nach Aussagen von Anwohnern auch al Libi.
Beziehungen verschlechtern sich
Vertreter der pakistanischen Streitkräfte und der Regierung hatten die Drohnenangriffe in der Vergangenheit zunächst unterstützt. Mit der Verschlechterung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern – vor allem durch den Tod von 24 pakistanischen Soldaten bei einem US-Luftangriff im vergangenen Jahr – nahm auch die Zustimmung zu den amerikanischen Einsätzen in Pakistan jedoch weiter ab.
Zu Demaart










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