Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen durch die Regierung in Riad könne nicht verdecken, dass diese mit der Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr einen «strategischen Fehler» gemacht habe, sagte der iranische Vizeaußenminister Hussein Amir Abdollahian am Montag im Staatsfernsehen.
Der wegen Protesten zum Tode verurteilte Oppositionelle Al-Nimr war am Samstag mit weiteren 46 Häftlingen im sunnitisch geprägten Saudi-Arabien exekutiert worden. Im schiitisch geführten Iran stürmte daraufhin eine aufgebrachte Menge die saudi-arabische Botschaft, und die Staatsführung äußerte heftige Kritik an Saudi-Arabien. Dies nahm Riad zum Anlass, die diplomatischen Beziehungen zum Iran abzubrechen. Beide Länder konkurrieren um die Vormachtstellung in der Region.
Schießerei
Bei einer Schießerei in der saudiarabischen Geburtsstadt des hingerichteten schiitischen Geistlichen sind ein Zivilist getötet und ein Kind verletzt worden. Wie die amtliche Nachrichtenagentur SPA am Montag unter Berufung auf die örtliche Polizei berichtete, kamen die Beamten in der Stadt Awamija im ölreichen Osten des Landes am späten Sonntagabend unter «schweren» Beschuss. Dem Bericht zufolge gab es unter den Polizisten keine Opfer.
Wer die Schüsse abfeuerte, war zunächst unklar. In sozialen Netzwerken wurde der getötete Zivilist als «Märtyrer» gefeiert. Einige Internetnutzer gaben an, er sei von saudiarabischen Sicherheitskräften getötet worden. Das wurde von unabhängiger Seite zunächst nicht bestätigt.
Der Nachrichtenagentur SPA zufolge wurden Ermittlungen eingeleitet, die Sicherheitskräfte fahndeten demnach intensiv nach den Verantwortlichen der «terroristischen» Aktionen. Das verletzte Kind wurde ins Krankenhaus gebracht, es schwebte nicht in Lebensgefahr.
Zu Demaart









Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können