Dienstag20. Januar 2026

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Es bleibt eine Kluft

Es bleibt eine Kluft
(dpa/Symbolbild)

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Menschen mit Behinderungen finden EU-weit am häufigsten in Schweden Arbeit. Gleich dahinter folgt Luxemburg. Aber allgemein haben es Behinderte bei Arbeit und Bildung noch immer schwer.

Nur 47,3 Prozent der Behinderten gegenüber 66,9 der sonstigen Bevölkerung waren zuletzt EU-weit erwerbstätig, meldete das europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag in Luxemburg unter Berufung auf Daten von 2011. Anlass der Veröffentlichung ist der internationale Tag der Menschen mit Behinderung am Mittwoch.

In Luxemburg hatten demnach 62,5 Prozent der Behinderten und 64,9 Prozent der Nichtbehinderten eine Arbeit – ein Abstand von 2,4 Prozent. Wir sind damit EU-Spitzenreiter. Beim Nachbar Deutschland liegt die Kluft bei mehr als 20 Prozentpunkten. In Belgien liegt sie sogar bei 25,7 Prozent. In Frankreich bei rund 10 Prozent. Die größte Lücke verzeichnete Ungarn mit 37,4 Prozentpunkten. Ein ähnliches Muster gab es bei der Bildung. Die Beteiligung an lebenslangem Lernen lag laut Eurostat 2011 europaweit bei Behinderten bei 6,9 Prozent und bei Nichtbehinderten bei 9,8 Prozent. Lebenslanges Lernen meint alle Lernaktivitäten nach Abschluss des ursprünglichen Bildungs- oder Ausbildungsweges.

Armut und Ausgrenzung

In Luxemburg war die Lücke demzufolge rund 4,2 Prozentpunkte breit. Zudem sind Behinderte auch öfter von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht, stellten die Statistiker auf der Grundlage von Zahlen von 2013. EU-weit waren demnach fast 30 Prozent der Behinderten in einer solchen Lage, gegenüber 21,4 Prozent der sonstigen Bevölkerung. In Luxemburg lag die Lücke mit 4,3 Prozentpunkten deutlich unter demm EU-Schnitt (8,5 Prozent). Am kleinsten war sie in Griechenland. Jedoch war der Anteil der von Armut und Ausgrenzung Bedrohten in dem Land insgesamt ohnehin höher.

Laut Eurostat sind rund 44 Millionen EU-Einwohner behindert. Behinderung wird dabei verstanden als von den Betroffenen selbst berichtete Einschränkung bei Aktivitäten des täglichen Lebens.