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Erster Täter identifiziert

Erster Täter identifiziert
(Thibault Camus)

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Die Terrormiliz IS hat sich zu den Anschlägen in Paris bekannt. Experten vermuten, dass das eigentliche Hauptziel das Stade de France war.

Einer der mutmaßlichen Attentäter in der Pariser Konzerthalle Bataclan ist identifiziert worden. Es handele sich um einen Franzosen, der dem Geheimdienst bekannt war, hieß es am Samstag aus Ermittlerkreisen. Nahe einem der Attentäter von Paris ist nach Angaben aus Polizeikreisen ein syrischer Pass gefunden worden. Der Pass sei in der Nähe der Leiche eines der Angreifer entdeckt worden, sagte ein Polizeivertreter am Samstag. Laut Polizeikreisen gehen die Ermittler zusammen mit ausländischen Geheimdiensten derzeit einer «syrischen Spur» nach.

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat die Verantwortung für die Anschläge von Paris übernommen, bei denen mindestens 128 Menschen getötet und 250 weitere verletzt worden sind. «Acht Brüder mit Sprengstoffgürteln und Sturmgewehren» hätten den «gesegneten Angriff» verübt, erklärte die Extremistenorganisation am Samstag im Internet. Auch Frankreichs Präsident François Hollande machte den IS verantwortlich. Er kündigte einen «unerbittlichen» Kampf gegen Dschihadisten in Frankreich und im Ausland an.

Schwerbewaffnete Angreifer

Die offensichtlich koordinierten Anschläge wurden am Freitagabend von insgesamt acht Tätern an sechs verschiedenen Orten der französischen Hauptstadt verübt. Es war der schwerste Angriff in der Geschichte Frankreichs und das erste Mal, dass die Taten von Selbstmordattentätern begangen wurden. Dutzende Verletzte schwebten am Samstag noch in Lebensgefahr. Der folgenschwerste Angriff des Abends wurde auf die Konzerthalle Bataclan in der Innenstadt verübt, in der mehr als tausend Menschen ein Konzert der US-Band Eagles of Death Metal besuchten.

Vier schwerbewaffnete Attentäter schossen dort wahllos in die Menge. «Alle versuchten zu fliehen, die Menschen trampelten aufeinander herum, es war die Hölle», berichtete ein Augenzeuge. «Sie haben gar nicht mehr aufgehört zu schießen.» Nach Angaben der Behörden starben im Bataclan mindestens 82 Menschen. Kurz nach Mitternacht stürmten Einsatzkräfte der Polizei den Saal. Dabei starben alle vier Attentäter.

«Allah Akbar»

Nach Polizeiangaben töteten sich drei von ihnen selbst, indem sie Sprengstoffgürtel zündeten. Ein Augenzeuge berichtete, die Angreifer hätten «Allah Akbar» (Gott ist groß) gerufen. Angegriffen wurden auch mehrere Cafés und Restaurants sowie die Umgebung des Stade de France, wo gerade das Freundschaftsspiel Frankreich gegen Deutschland lief. Während des Spiels waren laute Explosionen außerhalb des Stadions im Pariser Vorort St. Denis zu hören. Nach dem Abpfiff liefen hunderte verängstigte Zuschauer auf das Spielfeld, später wurden alle durch mehrere Ausgänge nach draußen geleitet.

Die Angriffsziele seien «bewusst im Herzen von Paris ausgewählt» worden. Ein Augenzeuge aus dem Bataclan berichtete, die Attentäter hätten die Beteiligung Frankreichs an der US-geführten Militärkoalition gegen den IS in Syrien und im Irak für ihr Handeln verantwortlich gemacht. Die Männer hätten gesagt: «Hollande ist Schuld, Euer Präsident ist Schuld, er hat nicht in Syrien einzugreifen.»

Kundgebungen im Großraum Paris wurden bis zum Donnerstag untersagt. Am Samstag blieben Schulen, Universitäten und andere öffentliche Einrichtungen geschlossen. Sämtliche für das Wochenende geplanten Sportveranstaltungen wurden abgesagt, auch Touristenattraktionen wie der Eiffelturm blieben geschlossen, mehrere Metro-Linien wurden unterbrochen.

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