Am Mittwoch ging es mit der Zeugenaussage der Ermittler in der Sache Ben Geiben weiter. Der ehemalige Chef der Polizei-Spezialeinheit galt lange Zeit als Hauptverdächtiger in der Affäre Bommeleeër. Aussagen am Montag und Dienstag zufolge gab es eine ganze Reihe von Fehlern und Pannen bei den Ermittlungen gegen Geiben.
Ermittler Carlo Klein sagte, dass unter anderem Ermittlungen im luxemburgischen Homosexuellen-Milieu angestrengt wurden. Auch wurde das Stamm-Café Geibens überwacht.
Pleiten, Pech und Pannen
Aber am Mittwoch wurde auch ersichtlich, dass die Untersuchungen nicht seriös genommen wurden. So soll der damalige Staatsanwalt Wampach die Einstellung der Ermittungen vorgeschlagen haben. Und wie schon mehrmals während des Prozesses, wurde ausgesagt, dass keine Einigkeit und klare Linie bestand, was die Untersuchungen anbelangten. Am Mittwoch sagte Klein sogar aus, dass geplant war einige Ermittler auszutauschen. Es sollte eine «Mauer» zwischen den Ermittlern aufgebaut werden. Bei den Observierungen zum Beispiel war kein Ermittler dabei.
Die Anwälte der Verteidigung sprechen erneut von «Verheimlichungs-Aktionen». Und auch Richterin Sylvie Conter bemängelt das Fehlen jeglicher Logik in den Observierungs-Dossiers. Es sei erstaunlich, dass sogar der Untersuchungsrichter nicht im Besitz aller Informationen war. Bis heute weiß man nicht, wer die Geiben-Observation angeordnet hat. Es gab auch nie einen Bericht vom Geheimdienst oder eine Nachbesprechung der Observierungen. Die Ermittler blieben außen vor. Polizei, Gendarmerie und Srel waren auf Geiben angesetzt worden. Aber lediglich der damalige BMG-Chef Pierre Reuland war angeblich über alles informiert. Es gab großes Insider-Wissen bei den Ermittlungen gegen Geiben.
Es gab weitere Ungereimtheiten, denen nicht nachgegangen wurde. Ermittler Klein ist zum Beispiel verwundert, dass nach dem Anschlag auf das Haus des Gendarnerie-Chefs Wagner im März 1986 dieser einen «Trost-Brief von Geiben erhielt.
Spuren verliefen im Sand
Laut Ermittler Klein soll Ben Geiben besonderen Schutz im Land genossen haben. Bei der BMG war er, anders als sein Nachfolger Pierre Reuland, sehr beliebt. Beide Angeklagten sollen enge Freunde Geibens gewesen sein und ihn in Schutz genommen haben, sagte der Ermittler im Zeugenstand. Mehrere ehemalige BMG-Mitglieder hätten angegeben, dass Geiben nicht das Profil eines Attentäters hätte.
Alle Spuren verliefen im Sand. Die belgischen Behörden behandelten den Fall Geiben angeblich auch nur stiefmütterlich. Irgandwann sei die Spur Geiben einem ehemaligen Ermittler zufolge dann «vergessen» worden. Auch die Richterin kommentierte die Aussagen des Zeugen, die Spur sei einfach «begraben» worden.
Zu Demaart
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