Bei seinem Besuch in der Schule der nordfranzösischen Stadt Denain letzten Dienstag setzte François Hollande ein – gelinde gesagt – unübliches Gesicht auf: ein starrer Blick aus weit aufgerissenen Augen, hoch geschobene Augenbrauen und ein breites Grinsen. Damit wollte er wohl die Stimmung im Schulzimmer auflockern. Die zum Anlass aufgebotenen Fotografen zögerten keine Sekunde und hielten den Ausdruck für die Ewigkeit fest.
Das versucht nun die Nachrichtenagentur AFP zu verhindern. Nachdem sie das Bild zunächst zum Download freigegeben hatte, zog sie den Schnappschuss kurz darauf wieder zurück und forderte die Redaktionen auf, es nicht zu zeigen, wie der britische «Telegraph» schreibt. Zu spät.
Hämische Kommentare von Usern
Die sozialen Medien haben das Bild zigfach verbreitet. Die Kommentare reichen von «Hier ist das neue offizielle Bild von François Hollande. Bitte hängen Sie es in allen Rathäusern auf» über «Kein Bildbearbeitungsprogramm der Welt schafft es, den Präsidenten intelligenter aussehen zu lassen» bis hin zu «Wie soll ich dem Volk bloss beibringen, dass ich das Rentenalter auf 80 erhöhen will?».
Die Zeitung «Le Point» verweist auf den sogenannten Streisand-Effekt – das Phänomen, dass der Versuch, unliebsame Informationen zu unterdrücken, oft genau das Gegenteil zur Folge hat: Die Nachricht wird erst recht verbreitet.
Bild wieder freigegeben
AFP betont derweil auf Nachfragen von Medien, dass sie keinerlei Druck von offizieller Seite zu spüren bekommen habe. Das Bild habe vielmehr einfach keine News verbreitet. Dass Hollande zurzeit damit beschäftigt ist, sein Land auf eine Militäraktion in Syrien vorzubereiten und tags darauf den deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck zu einem Mahnmal gegen Nazi-Gräuel begleiten wollte, spielte wohl auch eine Rolle bei der Entscheidung. Die Agentur ersetzte das Bild flugs durch eines, auf dem Hollande etwas weniger blöd aussieht.
Übrigens: AFP hat das Bild nach dem Tumult wieder freigegeben. Und: Die Nachrichtenagentur Reuters hatte dasselbe Foto die ganze Zeit über im Angebot.
Zu Demaart




Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können