Der Dezember setzt nach Angaben von Meteorologen einen bemerkenswerten Schlusspunkt hinter das ohnehin turbulente Wetterjahr 2015. Der Monat war in Luxemburg so mild wie noch nie. Das Jahr insgesamt geht als drittwärmstes seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Statistik ein, wie Meteolux kurz vor Weihnachten mitteilte. Die Meteorologen sprechen von einem Rekord für Dezember.
Global ist das Jahr nach Erwartungen der US-Klimabehörde das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Auf der Nordhalbkugel herrschen derzeit ungewöhnliche Temperaturverhältnisse: Tropisch warme Luft gelangt vom Atlantik bis zum Nordpol und sorgt dort für Plusgrade, polare Luft strömt mit Frost und Schnee bis in den Süden der USA.
Grund sind das Zusammentreffen von sehr tiefem Druck im Nordwesten und sehr hohem Druck im Nordosten. Mit dem Klimawandel habe es nichts zu tun, sagen Meteorologen. Eigentlich herrscht in dieser Zeit am Nordpol Winter mit minus 30 bis minus 40 Grad. Tatsächlich ist es aber zwei bis vier Grad warm.
Unwetterfront in Großbritannien
Der Sturm über dem Nordatlantik hat Großbritannien voll erfasst. Mit Windböen bis zu 120 Stundenkilometern und heftigem Regen hat «Frank» am Mittwoch vor allem Schottland und Nordirland heimgesucht. Tausende Häuser waren ohne Strom, Straßen und Bahnverbindungen mussten gesperrt werden. Es ist die dritte Flutwelle innerhalb eines Monats. Aber auch Island und Norwegen wurden von der Unwetterfront erfasst, die sich von Nordatlantik unaufhaltsam in Richtung Osten verlagert.
Cambus O’May suspension bridge #stormfrank pic.twitter.com/qM6ouCXfwP
— Chris Harvey (@ChristopherHarv) 30. Dezember 2015
Besonders geplagt sind die Menschen im nordenglischen Yorkshire, die erst über Weihnachten mit schweren Überschwemmungen zu kämpfen hatten. Auch hier wird erneut Hochwasser befürchtet – wenn auch nicht so stark wie zuvor. In Croston in Lancashire riefen die Behörden Bewohner auf, ihre gefährdete Häuser zu verlassen. Zugleich klagte die Polizei in Yorkshire, es habe vereinzelt Plünderungen gegeben.
Überschwemmungen in den USA
Seit Tagen herrschen in Teilen der USA schwere Unwetter. Bei Überschwemmungen im Bundesstaat Missouri kamen nach offiziellen Angaben bislang 13 Menschen ums Leben. Zwölf von ihnen seien gestorben, als Wassermassen ihre Fahrzeuge von Straßen spülten, teilte Gouverneur Jay Nixon am Dienstag mit. Er sprach von gefährlichen Überschwemmungen historischen Ausmaßes.
Gov. Nixon: «Missouri is in the midst of a very historic and dangerous flooding event.» https://t.co/LItOGOtOTv https://t.co/pIccBA6bge
— NBC Nightly News (@NBCNightlyNews) 29. Dezember 2015
Hunderte Straßen waren gesperrt. Der Nationale Wetterdienst erwartet bis Samstag Rekord-Hochwasser entlang des Mississippis in Missouri. In Illinois kamen bislang mindestens fünf Menschen ums Leben. Laut CNN sind bei den US-Unwettern in den vergangenen sieben Tagen schätzungsweise 49 Menschen gestorben.
Zu Demaart
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