
Der angeschlagene Flughafen Hahn rutscht noch tiefer in die roten Zahlen. Im vergangenen Jahr hat der Hunsrück-Airport voraussichtlich ein Minus von rund 40 Millionen Euro gemacht, sagte Aufsichtsratschef und Finanzstaatssekretär Salvatore Barbaro dem «Trierischen Volksfreund» vom Donnerstag. Das operative Defizit liege bei rund 16 Millionen Euro, dazu kämen noch etwa 25 Millionen Euro Sonderabschreibungen – ein Wertverlust von Gebäuden und Grundstücken.
Eine Sprecherin des Flughafens verwies auf Anfrage darauf, dass die Bilanz erst im Juni dem Aufsichtsrat vorgestellt werde. Im Jahr 2013 hatte das Minus bei knapp elf Millionen Euro gelegen.
Yangtze River Express
Das höhere Defizit ist ein neuer Rückschlag für den Flughafen, auch wenn sein Chef Markus Bunk den operativen Verlust schon so eingeplant hatte. Die Höhe der Sonderabschreibungen war jedoch bisher nicht bekannt. Zudem zieht die Frachtairline Yangtze River Express ihre Flieger nach Süddeutschland ab, weil von dort mehr Fracht kommt. Damit brechen laut Airport neun Prozent des Gesamtumsatzes weg.
Der Hunsrück-Flughafen gehört zu 82,5 Prozent dem Land Rheinland-Pfalz, der Rest gehört dem Land Hessen. Ryanair ist der größte Anbieter dort. Rheinland-Pfalz will den Airport europaweit potenziellen Investoren zum Verkauf anbieten und verstärkt auf Fracht setzen. Der Flughafen Hahn hat anders als Frankfurt eine 24-Stunden-Genehmigung.
Zu Demaart
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