Paul Weber kann auf eine 25-jährige Karriere bei der ITM zurückblicken. In diesen Jahren hat sich bei der Gewerbeinspektion so einiges geändert und der Aufgabenbereich der Verwaltung hat sich stark ausgedehnt.
Die im Jahr 1902 gegründete ITM hat als Auftrag, zum Wohlbefinden der Angestellten und zur Sicherheit am Arbeitsplatz beizutragen. In den 80er Jahren wurde noch eine kurative Politik betrieben. Über die Jahre wurde ein immer größerer Akzent auf die Vorsorge gelegt und den psychosomatischen Krankheiten am Arbeitsplatz wurde ein steigender Stellenwert zugetragen.
Veränderungen und Herausforderungen
Auch hat die ITM versucht, näher an den Bedürfnissen der Bürger zu sein. Deshalb wurde 2010 auch das Help Center, die telefonische Anlaufstelle der Gewerbeinspektion, die alle Fragen von Arbeitnehmern und -gebern in den Bereichen Arbeitsrecht, Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz beantwortet, gegründet. Ein Jahr später gab sich die Administration einen Verhaltenskodex. Im Jahr 2007 wurde eine umfassende Reform der ITM verabschiedet. Heute ist die Verwaltung nicht nur ein Aufpasser, der Probleme und Gesetzeswidrigkeiten im Nachhinein feststellt, vielmehr soll sie auch eine Hilfsstelle für Beschäftigte und Betriebe sein, wobei das Prinzip der Prävention großgeschrieben wird.
Doch auch der künftige Direktor der Gewerbeinspektion wird eine ganze Reihe an Herausforderungen meistern müssen. Eine der ersten wird die Einführung des sogenannten „badge social“ im September dieses Jahres sein. Hierbei handelt es sich um eine Art Pass samt Matrikelnummer und Name des Arbeitgebers, der Kontrollen auf Baustellen erleichtern soll.
Die ITM fit machen
Um die ITM fit für die Zukunft zu machen, will Robert Huberty auch verstärkt auf moderne Technologien setzen. „In den kommenden Jahren möchten wir die moderne Technik dazu nutzen, unseren Beitrag zur Reduzierung von Arbeitsunfällen und von Berufskrankheiten noch zu verbessern“, erklärte Huberty. Teil dieser Strategie ist die Überarbeitung der Homepage der ITM, die seit Montag im neuen Gewand erscheint. So wurde u.a. die Rubrik der meist gestellten Fragen von 400 auf 1.200 Beiträge erhöht. Das Internet soll dabei helfen, den Kontakt zur Gewerbeinspektion in der Großregion zu vereinfachen. Denn 36 Prozent der Anfragen bei der ITM kommen aus dem Ausland. Zudem soll es der Verwaltung ermöglichen, sich an die Veränderungen in der Gesellschaft und der Arbeitswelt anzupassen.
Ein ernsthaftes Problem der ITM ist und bleibt allerdings der Mangel an Personal. Seit den 80er Jahren ist die Zahl der Beschäftigten zwar von 25 auf fast 100 angestiegen. Doch heute ist das Großherzogtum zu einem Land mit rund 360.000 Arbeitplätzen geworden und gleichzeitig wurde der Zuständigkeitsbereich der Gewerbeinspektion erheblich ausgeweitet.
Mangel an Personal
Auch wenn die ITM dieses Jahr vier neue Inspektoren einstellt, reicht das bei weitem nicht aus, wie Arbeitsminister Nicolas Schmit am Montag erläuterte. Bei der ITM handele es sich um eine Verwaltung, die eine wichtige wirtschaftliche und soziale Rolle spiele, unterstrich Schmit weiter. Um effizient arbeiten zu können und zu garantieren, dass das Arbeitsrecht auch korrekt umgesetzt wird, müsse die Gewerbeinspektion eigentlich jedes Jahr etwas weiter aufgestockt werden, um mit der Entwicklung der ökonomischen Aktivitäten im Land mithalten zu können.
Eine weitere Herausforderung in puncto Personalpolitik ist die regelmäßige und qualitativ hochwertige Weiterbildung der Beschäftigten. Eine solche ist heute nämlich unerlässlich, um den Anforderungen einer modernen Gewerbeinspektion gerecht zu werden.
Zu Demaart
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