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Ein «merkwürdiges Ding» am Ufer

Ein «merkwürdiges Ding» am Ufer
(AFP/Yannick Piton)

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Ein Reinigungsarbeiter, seine Peperoncini und ein Kieselstein haben beim Fund des mysteriösen Wrackteils auf der Insel La Réunion eine entscheidende Rolle gespielt.

Johnny Bègue, der das Wrackteil auf der französischen Insel La Réunion entdeckte, wollte eigentlich am Strand nach einem Stein suchen, um eine Chilischote zu zerreiben. Dabei sah er dann ein «merkwürdiges Ding» am Ufer. Bègue leitet ein Team, das im Auftrag eines Vereins den Strand der Gemeinde Saint-André im Osten von La Réunion säubert. «Wir haben um sieben Uhr angefangen zu arbeiten» erzählt er.

«Gegen neun Uhr haben wir eine Pause eingelegt. Ich wollte am Strand einen runden Kieselstein suchen, um ihn als Stössel zu benutzen. Da habe ich am Ufer so ein merkwürdiges Ding gesehen.»

An Land gezogen

«Ich habe gleich gesehen, dass das ein Flugzeugteil ist», versichert Cédric Gobalsoumy, der zu dem Reinigungsteam gehört. Mit seinen Kollegen habe er das Teil weiter an Land gezogen, um zu verhindern, dass es von den Wellen fortgeschwemmt wird.

Zuerst hätten sie das Wrackteil einfach liegen lassen wollen. «Doch dann habe ich mir gesagt, das können wir nicht tun», sagt Gobalsoumy. «Ein Flugzeugteil im Meer ist ja nicht normal. Wir haben uns gesagt, in diesem Flugzeug sind vielleicht Menschen gestorben, und die Familien würden wissen wollen, was geschehen ist.»

Eine Flügelklappe

Das Team benachrichtigte daraufhin die Polizei. Die Nachricht von dem Wrackteil ging rasch um die Welt und entfachte prompt neue Spekulationen über die vermisste Boeing 777 der Malaysia Airlines, die im März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschwunden war.

Es sei sehr wahrscheinlich, dass die Flügelklappe von einer Boeing 777 stamme, sagte der malaysische Ministerpräsident Najib Razak. Obwohl der Fundort Tausende Kilometer vom vermuteten Absturzort der MH 370 entfernt liegt, ist es nach Analysen und Modellrechnungen plausibel, meinen Experten. Eine Bestätigung, dass das gefundene Teil zu dem vermissten Flugzeug gehört, gab es allerdings noch nicht.

Tausende Kilometer gedriftet

Nach Auswertung von automatischen Satellitensignalen gingen Experten davon aus, dass die Maschine sieben Stunden Richtung Süden auf den Indischen Ozean zuflog. Das Absturzgebiet wird westlich von Australien vermutet, in einem Bogen, der sich rund 2000 Kilometer vor der Küste von Nordosten nach Südwesten erstreckt.

La Réunion liegt 700 Kilometer östlich von Madagaskar vor der afrikanischen Ostküste. Zwischen der Hauptstadt Saint-Denis und Perth an der australischen Westküste liegen rund 6000 Kilometer. Stimmt der angenommene Absturzort, müsste das Wrackteil rund 4000 Kilometer gedriftet sein.

Ein französischer Hubschrauber hat im Westindischen Ozean Ausschau nach möglichen weiteren Trümmerteilen gehalten. Hauptziel sei es, zu schauen, ob weitere Objekte angespült worden seien, die möglicherweise zum verschwundenen Flug MH 370 gehörten, sagte ein Polizeibeamter.

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