Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihrem Bundesland eine gewaltige Bildungskur verordnet und spielt kompromisslos eine besondere Karte aus. Kramp-Karrenbauer setzt auf die Frankreich-Kompetenz des Saarlandes. Kern dieser Strategie ist die Sprachenausbildung. Gut 20 Jahre gibt sie dem Saarland, das sich im den 30er Jahren dieses Jahrhunderts als das deutsche Bundesland darstellen soll, das über die Kompetenz Frankreich verfügt. Frau Kramp-karrenabuer wird dann wohl nicht mehr Ministerpräsidentin sein, sie kann aber sicher sein, dass die von ihr angestoßene Politik auch in 20 Jahren noch verfolgt werden wird. Im Saarland, das in den 50er Jahren nur knapp die Chance verpasste, europäisches Kernland mit Sitz der europäischen Organisationen zu werden, herrscht Einigkeit über die Frankreich-Strategie der Ministerpräsidentin.
Anders als in Frankreich, wo die Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem (Artikel) den Fremdsprachen-Unterricht gerade zurückfährt und der deutschen Sprache gerade noch drei Wochenstunden über einen Zeitraum von vier Jahren widmen will, baut das Saarland den Unterricht von Fremdsprachen – insbesondere des Französischen – aus. In keinem deutschen Bundesland lernen mehr Schüler Französisch als im Saarland. Dort werden zukünftig Abiturienten in die Universität oder auf den Arbeitsmarkt gehen, die die drei europäischen Grundsprachen – deutsch, englisch, französisch – problemlos beherrschen werden. Mit der neuen französischen Sprachenpolitik wird man das von Frankreich nicht mehr behaupten können.
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