Freitag16. Januar 2026

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Ein «Kuriosum» und «keine Folkloreshow»

Ein «Kuriosum» und «keine Folkloreshow»
(dpa)

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Zur traditionellen Springprozession sind am Dienstag knapp 10.000 Menschen aus dem In- und Ausland nach Echternach gepilgert.

Betend und springend bewegten sie sich bei um die 30 Grad zu Polkamusik in Fünferreihen durch die Kleinstadt an der Sauer. «Es wird mit dem ganzen Körper gebetet», sagte der Sprecher der katholischen Kirche in Luxemburg, Roger Nilles. Auch wenn es sehr warm gewesen sei: «Es ist alles gut verlaufen.»

Die mehr als 500 Jahre alte Springprozession sei ein «Kuriosum» und «keine Folkloreshow», sagte Nilles. Daher werde auch von Zuschauern nicht gewunken oder applaudiert, wenn Gruppen vorbeizögen. Die Gläubigen springen von einem Bein auf das andere vorwärts und seitwärts. Seit 2010 gehört die Wallfahrt zum immateriellen Kulturerbe der Unesco.

10.000 Pilger

Mit der Springprozession wird der heilige Willibrord (658-739) verehrt: Er hatte als angelsächsischer Benediktinermönch um 700 als Stützpunkt seiner Missionsarbeit die Abtei Echternach gegründet und ist in der Echternacher Basilika beigesetzt.

Rund 45 Pilgergruppen aus Luxemburg, Deutschland, Belgien und den Niederlanden waren gekommen. Neben dem Erzbischof Jean-Claude Hollerich standen rund 20 kirchliche Würdenträger auf der Gästeliste. Im vergangenen Jahr kamen ebenfalls knapp 10.000 Pilger.

Laut Überlieferung war das Springen früher eine Art Heiltanz. Heute wird es als Buße sowie als Ausdruck von Frömmigkeit und Lebensfreude betrachtet. Die Prozession ist ökumenisch ausgerichtet.