Vor dem 50. Todestag der Chanson-Legende Edith Piaf räumt ein neues Buch mit einer Reihe von Mythen aus ihrem Leben auf: Anders als von der Sängerin selbst immer versichert, wurde Edith Piaf demnach nicht auf der Straße in Paris geboren, sondern in einem Krankenhaus, schreibt Autor Robert Belleret in seinem Buch «Piaf, ein französischer Mythos», das diese Woche erschien.
Für die Biografie wertete der frühere Journalist von «Le Monde» akribisch unter anderem hunderte Briefe aus, die Piaf an ihren Vertrauten Jacques Bourgeat geschrieben hatte und die bisher nicht gesichtet worden waren. Belleret kommt zu dem Schluss, dass Lügen und Halbwahrheiten durch das Umfeld der Chanson-Sängerin verbreitet, aber auch von ihr selbst fortgesponnen wurden, um «ihren Mythos zu nähren».
Keine politische Meinung
So bezweifelt der Autor Berichte von Piaf selbst, denenzufolge sie Insassen deutscher Gefangenenlager während des Zweiten Weltkriegs mit falschen Papieren ausgestattet haben soll. Er geht eher davon aus, dass die Sängerin keinerlei politische Überzeugungen hatte – so habe sich auch nicht gezögert, im besetzten Paris eine Wohnung in unmittelbarer Nähe der Gestapo zu beziehen, weil diese «gut beheizt» war.
Die Tochter einer Sängerin und eines Schlangenmenschen wurde demnach tatsächlich von ihren Großmüttern aufgezogen, doch der Autor hebt hervor, dass sie als Kind wahrscheinlich nicht Rotwein zu trinken bekommen hatte und auch nicht wegen einer Hornhautentzündung erblindet war, wie dies berichtet wurde. Doch auch wenn der Autor die dunklen Seiten der Piaf aufzeigt – den Mythos von ihren vielfältigen Talenten und ihrem Arbeitseifer hält er intakt.
Die weltberühmte Chanson-Sängerin, die den Beinamen «der Spatz» von Paris trug, war am 10. Oktober 1963 im Alter von nur 47 Jahren gestorben.
Zu Demaart
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