Dienstag3. Februar 2026

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Ebola: Im Falle eines Falles…

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Vergangene Woche kritisierte MSF („Médecins sans frontières“) sowohl die EU als auch die Luxemburger Regierung für ihre relative Untätigkeit bei der aktuellen Ebola-Epidemie in Westafrika.

Am Donnerstag nun traten gleich drei Minister vor die Presse und legten eine detaillierte Planung vor, dies sowohl was die Unterstützung der betroffenen Regionen betrifft als auch was die Reaktion auf einen (unwahrscheinlichen) Ebola-Fall in Luxemburg angeht.

Neben Staatsminister Xavier Bettel gaben Innenminister Dan Kersch und Gesundheitsministerin Lydia Mutsch in Begleitung u.a. Verantwortlicher des Zivilschutzes, der LAR, der Gesundheitsdirektion, des tropenmedizinischen Institutes im „Centre hospitalier“ entsprechende Erläuterungen im Flughafengebäude auf Findel.

Ebola in Luxemburg

Eine interministerielle Gruppe hat sich in den vergangenen Wochen mit der Frage beschäftigt, was bei einem Ebola-Fall im Land zu unternehmen sei. Das HCPN („Haut commissariat à la protection nationale“) unter Frank Reimen hat die Koordination übernommen.

Da es keine Direktflüge aus der Krisenregion gibt, sei das Risiko recht klein, dass der oben beschriebene Fall eintritt. Dennoch wurde die entsprechende Station im CHL aufgerüstet. Zwei Patienten können hier unter optimalen Sicherheitsbedingungen parallel versorgt werden, sollten mehr Patienten Hilfe benötigen, so können diese laut Abkommen mit Nachbarländern in Nanzig, Straßburg oder Düsseldorf behandelt werden.

Japanisches Medikament

Auch ein seltenes japanisches antivirales Medikament kann im Notfall aus Frankreich bezogen werden.
Schutzkleidung wurde zusätzlich angeschafft, im Notfall wäre MSF Brüssel bereit, weitere Schutzanzüge zu liefern.

Spezielle Ambulanzen stehen auch bereits zur Verfügung, die Teams von Berufsfeuerwehr und Düdelinger Interventionszentrum haben eine spezielle Ausbildung erhalten. Um den Fall der Fälle koordinieren zu können, wurde ein Krisenstab geschaffen, der dann vom Staatsminister aktiviert wird, wenn ein wahrscheinlicher Fall von der Gesundheitsdirektion des Ministeriums bestätigt wird. Auch Luxemburger Bürger, die sich in der Region angesteckt haben, werden von der Regierung nach Luxemburg gebracht und dort behandelt. Zu diesem Zweck können zwei LAR-Flugzeuge mit einem entsprechenden Modul aufgerüstet werden. Diese können auch für Rückflüge von ONG-Mitarbeitern aus anderen EU-Staaten eingesetzt werden.

Einsatz in der Region

Neben all diesen Vorbereitungen für den Krisenfall engagiert sich Luxemburg ebenfalls im direkten Einsatz gegen die Epidemie.
So unterstützte die Regierung die vor Ort tätigen Hilfsorganisationen mit einer Million Euro, plus 654.500 Euro im Rahmen der Zusammenarbeit mit Senegal. Das Kooperationsministerium und ArcelorMittal stellten 200.000 Euro für ein Rot-Kreuz-Projekt in Liberia (wo ArcelorMittal Minen besitzt) zur Verfügung und sieben Telekommunikationssysteme werden im Rahmen des Projektes emergeny.lu in die Region gebracht.

Schließlich will die Regierung ein telemedizinisches Projekt (Satmed) in Sierra Leone installieren, das den Austausch von Medizinern vor Ort mit europäischen Fachärzten erlauben soll.