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Drama im Mittelmeer

Drama im Mittelmeer
(dpa)

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Auf einem im Mittelmeer in Seenot geratenen Flüchtlingsboot haben italienische Rettungskräfte sechs Leichen gefunden. Hunderte Menschen werden noch vermisst. Die Helfer gehen von dem Schlimmsten aus.

Auf einem im Mittelmeer in Seenot geratenen Flüchtlingsboot haben italienische Rettungskräfte sechs Leichen gefunden. 108 weitere Migranten seien gerettet und von einem Schiff aufgenommen worden, nachdem sie zuvor einen Notruf abgesetzt hatten, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Montag.

Sie hätten den Rettern von den Toten auf ihrem Boot erzählt, die daraufhin ebenfalls an Bord geholt worden seien. Das Boot war unweit der libyschen Küste bei schwerem Wellengang in Seenot geraten. Die Migranten sollen nach Sizilien gebracht werden.

400 Vermisste

Laut italienischen Medienberichten ist von 400 Vermissten die Rede (Link). Die Zahl stammt vom somalischen Botschafter in Ägypten. Auch die UN bestätigt den Fund, nicht aber die Opferzahl.

Die griechische Polizei hat am Montagmorgen damit begonnen, die von Migranten besetzten Hafenanlagen von Piräus zu räumen. Auch die seit einem Monat von Flüchtlingen besetzten Bahnschienen im nordgriechischen Grenzort Idomeni wurden geräumt.

Räumungen in Griechenland

Wie der griechische Fernsehsender Skai berichtete, fuhren in Piräus Busse vor, um 500 der rund 3700 Flüchtlinge und Migranten in ein nahegelegenes staatliches Auffanglager zu bringen. Bis Ende der Woche soll das wilde Camp aufgelöst sein; in Griechenland beginnt die Touristensaison und der Hafen ist eine der wichtigsten Drehscheiben für die ausländischer Besucher des Landes.

In Idomeni wurden am Montagmorgen die Gruppen von Demonstranten auf den Bahngleisen aufgelöst; allerdings halten sich immer noch viele Menschen direkt an der Strecke auf. Fernsehbilder zeigten, dass die griechische Polizei – wie bisher immer – ohne Gewalt vorging.

Weniger Flüchtlinge

Erstmals seit 31 Tagen könnten am Montag auf der für die griechische Wirtschaft wichtigen Bahnstrecke gen Norden wieder Güterzüge verkehren. So lange hatten die Menschen den Bahn-Grenzübergang bereits blockiert, um die Öffnung der Grenze nach Mazedonien und ihre Weiterreise nach Mitteleuropa zu erzwingen.

Unterdessen bleibt die Zahl neu ankommender Migranten niedrig. Binnen 24 Stunden kamen nach Angaben des Stabes für die Flüchtlingskrise in Athen nur 66 Schutzsuchende aus der Türkei auf den Inseln der Ägäis an.

Kreise der Küstenwache dementierten Berichte, dass am Montag wieder Migranten aus Griechenland in die Türkei zurückgeschickt werden sollen. Zuvor hatte der Radiosender der Stadt Athen berichtet, 150 Migranten sollten während des Tages in die Türkei zurückgeschickt werden.

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