Wie attraktiv wirkt man eigentlich auf andere? Mitarbeiter der ETH Zürich wollen diese Frage mit Hilfe eines Algorithmus beantworten. Sie haben zusammen mit der Datingplattform Blinq eine Webseite eingerichtet, die binnen weniger Sekunden das Alter eines Nutzers schätzt und seine Attraktivität auf einer Skala von „Hmm“ bis „Godlike“ einordnet. Innerhalb der ersten zwölf Stunden nach der Veröffentlichung haben bereits über eine Million User mehrere Millionen Bilder hochgeladen.
Hot or Not?
Nachdem der ETH-Algorithmus die Position des Gesichts im hochgeladenen Foto erkannt hat, wird dieses im nächsten Schritt von einem tiefen neuronalen Netzwerk analysiert, das Alter, Geschlecht und «Facial Beauty» schätzt, erklärt Blinq-Mitgründer Alex Zimmermann.
Gelernt habe der Algorithmus von den Daten, die das Start-up Blinq über seine Dating-App erfasst hat. Durch die «Hi-oder-Bye»-Bewertung der Mitglieder kann jedem Blinq-Profil ein Attraktivätsniveau zugeteilt werden. Je öfter eine Person von den anderen Usern ein «Hi» bekommt, desto höher wird die Attraktivität eingeschätzt.
Die Faces-Website sei ein Test, um herauszufinden, ob eine solche Funktion bei den Blinq-Nutzern auf Interesse stosse. Ist der Test erfolgreich, werde die Funktion in die Dating-App integriert. «Die Nutzer könnten dann mehrere Fotos hochladen und wir würden ihnen sagen, welches am besten ankommt», so Zimmermann.
Mutige User teilen ihre Bewertung unter dem Hashtag #howhot in den sozialen Netzwerken – und staunen nicht selten, dass sie nicht über ein «Nice» hinauskommen:
Nicht mal OK. Hmmm …
#howhot pic.twitter.com/FoigUmNdtp
— Daniélle (@_Siduri_) 6. Januar 2016
Laut der Universität Zurich bin ich nen durchschnittlich hässlicher Typ FeelsGoodMan #howhot https://t.co/qOoeobEENO pic.twitter.com/wgDunSRN0b
— Moondye7 (@Moondye7) 5. Januar 2016
Kleiner Tipp zur «Godlikeness»: Es scheint als ob leicht «inszenierte» Porträts (Spiel mit Blick und Perspektive) deutlich besser abschneiden, als ein schnell geknipstes Frontal-Selfie. Dies könnte daran liegen, dass der Algorithmus auf Daten fußt, die mittels Profilfotos von einem Dating-Portal erhoben wurden – und das sind ja bekanntlich keine biometischen Passfotos. Demnach kann man davon ausgehen, dass die Attraktivität nicht nur durch Vermessung der Gesichtsproportionen bestimmt wird (wie bei vielen anderen «Hot-or-Not»-Apps), sondern auch Kriterien wie Farben, Unebenheiten etc. hinzugezogen werden.
Zu Demaart
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