Rechtsextremismus, keine Führung und Mangel an parteiinterner Demokratie warf die zurückgetretene ADR-Generalsekretärin Liliana Miranda in einem Blogeintrag am Mittwoch ihrer Partei vor. Die Reaktionen kamen prompt.
Parteipräsident Jean Schoos geht nicht auf Mirandas persönliche Angriffe ein. Die ehemalige ADR-Generalsekretärin hatte ihm vorgeworfen, sich nicht genügend für die Partei als Präsident zu engagieren und sich stattdessen mehr um seinen Beruf als Tierarzt einzusetzen. Stattdessen heißt es in einer Mitteilung der Alternativ Demokratesch Partei (ADR) am Mittwoch, die ADR nehme den Rücktritt Mirandas von allen Ämtern und den Austritt aus der Partei zur Kenntnis und bedauert den Verlust einen wertvollen Mitarbeiters. Hingegen der Aussagen von Liliana Miranda erklärt Schoos, dass es «keine Divergenzen auf politischem Plan gibt». Stattdessen wird die Leistung und Einsatz Mirandas bei den Europawahlen gelobt.
Bedauerlich findet ADR-Parteichef Schoos, dass «persönliche Attacken gegen einzelnen Parteimitglieder herangezogen wurden, um diesen Rücktritt zu begründen.» Weitere Kritikpunkte gäbe es, so Schoos, im Kompetenzbereich von Liliana Miranda und betreffen konkret ihre Arbeit als Generalsekretärin. «Leider hat es auch an Teamkompetenz gefehlt», heißt es abschließend.
«Die letzte Stunde der ADR»
Der ehemalige ADR-Abgeordnete und PID-Parteipräsident Jean-Colombera stemmt sich am Mittwoch gegen die Alternativ Demokratesch Partei und prophezeit: «Die letzte Stunde der (ADR) hat geschlagen.» «Die Wölfe im Schafspelz sind endlich entlarvt», ist sich Colombera sicher.
Jean Colombera fragt in seiner Reaktion, warum das «portugiesische Aushängeschild» Liliana Miranda jetzt die Partei verlässt. Ob sie hinter den Kulissen geblickt hat, mutmaßt Colombera. Im Rücktritt von Liliana Miranda sieht der ehemalige ADR-Abgeordnete auch eine Art Genugtuung, nachdem er und Jacques-Yves Henckes bei ihren Austritten wegen «gravierender Meinungsverschiedenheiten» als «Nestbeschmutzer und Lügner» abgestempelt wurden.
Colombera wirft außerdem der ADR-Spitze vor, die Mitgliederzahlen geschönt zu haben: Statt 2000 Mitglieder, gäbe es nur etwa 800, die regelmäßig ihre Beiträge zahlen würden, brichtet Colomera.
«Dummes Geschwätz»
Der von Liliana Miranda als rechtsextrem bezeichnete Timon Müllenheim meldet am späten Mittwochabend auch zu Wort. Er sei «überrascht und entsetzt» über die Aussagen der ehemaligen ADR-Generalsekretärin. Eine solche «Verleumdung» seiner Person stehe im Gegensatz von Mirandas Äußerungen im Blogeintrag «Ich bin ein ehrlicher Mensch» und «solche Gehäßigkeiten müssen nicht sein».
Müllenheim legt nach und berichtet von Screenshots, die ihm vorliegen, die beweisen sollen, dass seit ihren Anfängen bei der ADR Liliana Miranda mit dem «politischen Gegner vom linken und anarchistischen Spektrum sympathisiert hat.» Außerdem soll Miranda «aktiv» gegen ADR-Spitzenpolitiker gearbeitet haben. Zum Teil wäre dieses Material noch im Netz zu finden, so Müllenheim. Was seinen angeblichen Rauswurf aus der Partei angehe, so widerspricht er Miranda. Er sei als zugewähltes (Nicht-)Mitglied für die ADR bei den Gemeindewahlen 2011 angetreten. Später sei er als ehrenamtlich zugewählter Generalsekretär tätig gewesen. Ein Ausschlussverfahren aus der Partei habe es gegen Müllenheim nicht gegeben, da er kein Parteimitglied im eigentlichen Sinne war und folglich nicht ausgeschlossen werden kann, stellt Müllenheim klar.
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