Donnerstag15. Januar 2026

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Die Gambia-Spur in den Gemeinden

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Eine "Gambia-Koalition" zwischen DP, LSAP und déi gréng hätte auch Änderungen in den Gemeinden zur Folge. Wenn Bürgermeister zu Ministern ernannt werden, müssen neue Gemeindeväter- und Mütter her.

In elf Gemeinden mit einer Gesamtbevölkerungszahl von etwa 218.000 Einwohnern ist theoretisch bei einer Gambia-Koalition ein Bürgermeister-Wechsel möglich.

Sollte Xavier Bettel Regierungschef werden, so müsste ein neuer erster Bürger für die Hauptstadt gefunden werden. Eine Rückkehr von Bettels Vorgänger Paul Helminger ist ausgeschlossen. Daher wäre die ehemalige Bürgermeisterin der Stadt und aktuelle Schöffin, Lydie Polfer wahrscheinliche Nachfolgerin Bettels in der Hauptstadt. Polfer ist aber ebenfalls Zweitgewählte der DP bei den Parlamentswahlen und käme so als Ministerin infrage. Bleibt noch Simone Beissel. Die Schöffin wurde bei den Wahlen Vierte auf der DP-Liste. Colette Mart war als einziges Mitglied des Schöffenrats nicht Kandidatin bei den Parlamentswahlen vom 20. Oktober. Chancen hätte aber auch Claudine Als, die bei den Kommunalwahlen mehr Stimmen als Mart erhielt.

Zu Minister-Ehren könnten auch die beiden Schöffen von «déi gréng», François Bausch und Viviane Loschetter kommen. Dann müssten auch sie ersetzt werden.

In Esch/Alzette

Auch in der zweitgrößten Stadt des Landes könnte die Bürgermeisterin sich auf einem Ministerstuhl wiederfinden und müsste dann ersetzt werden. Nachfolger von Lydia Mutsch (LSAP) könnte Vera Spautz, Jean Tonnar, Henri Hinterscheid oder Taina Bofferding (alle LSAP) werden.

In Monnerich könnte Dan Kersch (LSAP) Minister werden. Er würde dann wahrscheinlich durch Jean Orlando oder Christine Schweich, die auch bei den Parlamentswahlen kandidierte, ersetzt werden.

Der Sanemer Bürgermeister Georges Engel (LSAP) ist theoretisch auch im Rennen um einen Ministerposten. Drei LSAP-Mitglieder könnten ihm als erster Bürger der Gemeinde folgen: Simone Asselborn-Bintz, Marco Goelhausen und Jos Piscitelli. Sie lagen bei den Gemeindewahlen von 2011 dicht beieinander.

Die Rückkehr eines Ex-Ministers?

Düdelingen könnte auch wieder einen Minister stellen, mit Alex Bodry. Der LSAP-Präsident hat schon Regierungserfahrung. Er liegt als Drittgewählter der sozialistischen Liste, hinter Jean Asselborn und Mars di Bartolomeo gut im Rennen. Ersetzt werden könnte er in Düdelingen durch Dan Biancalana.

Differdingen wird aller Wahrscheinlichkeit nach seinen Bürgermeister, Claude Meisch (DP), an die nationale Politik verlieren. Die besten Chancen für die Nachfolge des DP-Politikers werden Jean Lorgé und John Hoffmann eingeräumt.

Im Westen ist es bei einer Gambia-Koalition möglich, dass der langjährige Bürgermeister von Beckerich, Camille Gira (déi gréng) ersetzt werden muss. Hier haben der erste Schöffe, Thierry Lagoda, der zweite Schöffe, Tim Hengen die besten Aussichten auf eine «Beförderung».

Neue Köpfe im Norden?

Im Norden könnte der Diekircher «Député-maire», Claude Haagen (LSAP) theoretisch zu Ministerehren kommen. In diesem Fall könnte der erste Schöffe, Claude Thill, auf den Bürgermeisterstuhl rücken. Die LSAP besitzt in des Eselsstadt die absolute Mehrheit.

In Erpeldingen würde Claude Greis an die Spitze der Gemeinde gelangen, sollte der DP-Bürgermeister André Bauler Minister werden.

Einmal grün, einmal blau

Im Osten werden dem «Député-maire» von Remich, Henri Kox (déi gréng), gute Chancen auf einen Ministerposten eingeräumt. In den Startlöchern für seine Nachfolge steht Marianne Beissel bereit.

In der Thermalstadt Mondorf-les-Bains könnte der junge Lex Delles (DP), aktueller erster Schöffe der Gemeinde, zum «Député-maire» werden, wenn Maggy Nagel Ministerin wird.

Schließlich wird durch die Ernennung von neuen Bürgermeistern ebenfalls bei der Zusammensetzung der Schöffen- und Gemeinderäte ändern. In den Proportzgemeinden rückt der Nächstgewählte automatisch in den Gemeinderat nach. In den Majortzgemeinden entscheidet der Gemeinderat, ob er mit einem Rat weniger weiterarbeiten will oder ob Zusatzwahlen organisiert werden.