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Die Demontage des Marc Zovilé

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LUXEMBURG - Am Donnerstag sagt der Ex-Gendarmerie-Offizier Marc Zovilé erneut aus und offenbart wieder zahlreiche Gedächtnislücken. Schwere Zweifel lasten auf seinen Aussagen. Zovilé wird regelrecht demontiert.

Auch am Donnerstag sitzt der Ex-Gendarmerie-Offizier Marc Zolivé im Zeugenstand. Wieder prägen Gedächtnislücken seine Aussagen. Diesmal versucht Richterin Sylvie Conter Druck auf Zovilé auszuüben. Sie hat schwere Zweifel an den Aussagen des heutigen Polizisten.

Dem Gericht liegt eine brisante Zeugenaussage eines Polizisten vor. Der Zeuge will mit dem verstorbenen Polizisten Flammang im Leudelinger Wald (zwischen Zessingen und Schléiwenhaff) an einer heimlichen Sprengübung teilgenommen haben. Flammang hatte dort mit dem Zeugen einen Holzstoß mit Dynamit in die Luft gesprengt. Er spricht von mehreren Stangen Dynamit. Der Zeuge soll von den Ermittlern gehört werden.

Durch den Tatort spaziert

Beim Anschlag auf den Justizpalast am 19. Oktober 1985 war Marc Zovilé diensthabender Offizier. Als die Bombe explodierte, war er einer der Ersten vor Ort. Er ging mit Journalisten durch den Tatort. Diese Tatsache löst Empören im Gerichtssaal aus. Denn nach der Explosion des ersten Sprengsatzes besteht die Wahrscheinlichkeit, dass ein zweiter hochgeht. Auch will sich Zovilé an ein Offizierstreffen erinnern, an dem über Ben Geiben als möglicher Attentäter spekuliert wurde.

Zovilé verstrickt sich vor Gericht in immer mehr Widersprüche. Richterin Conter löchert ihn immer wieder mit Fragen. Marc Zovilé wird regelrecht demontiert.

Gerüchte um Prinz Jean

Kopfschütteln und Bedenken ruft auch ein angeblich rein zufälliges Treffen zwischen Marc Zovilé, Ben Geiben und Henri Roemer in einem Hotel aus. Laut Zovilé habe er Roemer, der damals Konsul in Paris war, über das Gerücht informiert, Prinz Jean sei einer der Bommeleeër. Wenig später wurde Marc Zovilé wegen der Gerüchte zum damaligen Hofmarschall zitiert. Dort hatte sich eine hitzige Debatte entwickelt.

Marc Zovilé wird zum Anschlag auf den EG-Gipfel im Dezember 1985 befragt. Von vermeintlicher Kritik über etwaige Sicherheitsmängel will Zovilé nichts gehört haben. Eigentlich kann er sich nicht mehr erinnern. Auf die Frage, wer die Bommeleeër sind, weiß der Polizist keine Antwort. Der Name Stay-Behind ertönt in der Runde. Es seien alles Spekulationen, so Zovilé.