Dem Statec zufolge haben in den letzten zwölf Monaten 35 Prozent der Einwohner Luxemburgs über 16 Jahren einen Drogenabhängigen, einen Dealer oder Drogenutensilien in ihrem Wohnviertel gesehen. Besonders in den städtischen Vierteln werden häufig solche Beobachtungen gemacht, heißt es.
Besonders junge Leute (55 Prozent der 16 bis 24-Jährigen) beobachten öfters Mitglieder aus der Drogenszene. Bei Senioren über 75 Jahren sinkt die Beobachtungerate auf 12 Prozent. Männer machen häufiger solche Beobachtungen, als Frauen.
Portugiesen sind am aufmerksamsten
Laut Statec werden die meisten Drogenabhängigen von Portugiesen (40 Prozent) gesehen, vor den Luxemburgern (36 Prozent), Franzosen (34 Prozent), Deutschen (32 Prozent), Belgiern (28 Prozent) und Italienern (22 Prozent).
Die Gemeinden mit der sichtbarsten Drogenszene sind dem statistischen Amt zufolge Luxemburg, Esch/Alzette, Bettemburg und Ettelbrück. Von den Ballungszentren wurden die wenigsten Sichtungen in Strassen, Düdelingen und Differdingen verzeichnet.
Angst vor Einbrüchen und Überfällen
Die Präsenz von Drogenkonsumenten oder Dealern erhöht das Unsicherheitsgefühl. Die Einwohner der Viertel, in denen der Drogenhandel oder Konsum floriert, haben mehr Angst überfallen zu werden. Auch die Furcht vor Diebstählen und Einbrüchen ist größer als in den anderen Vierteln. Diese Angst sorgt dafür, dass die Einwohner einige Orte ihres Viertels meiden.
Das Vorhandensein einer aktiven Drogenszene in ihrem Viertel beeinflusst dann auch die Wahrnehmung der Polizeiarbeit. Personen, die häufiger Drogenabhängige beobachten, haben eine schlechtere Meinung von der Polizei. 40 Prozent stellen den Ordnungehütern eine schlechte Zensur aus.
In Luxemburg soll es Schätzungen der nationalen Gesundheitsbehörde zufolge etwa 2.000 Drogenabhängige geben. Berücksichtigt werden hier nicht die gelegentlichen Konsumenten von Cannabis, sondern regelmäßige Nutzer von Heroin, Kokain und Amphetamine. Die meisten davon sind etwa 30 Jahre alt. Die beliebtesten Drogen sind nach wie vor Cannabis, Heroin, Kokain und Amphetamine. Synthetische Drogen sind aber auch in Luxemburg schwer im Kommen. Jedes Jahr sterben etwa 10 Personen an einer Überdosis.
Zu Demaart
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