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Der Preis der Zustimmung

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Ließ sich der LCGB die Zustimmung zum Kollektivvertrag Cargolux quasi erkaufen? Diese Vermutung legt eine Mail von Cargolux-Chef Reich an Gewerkschaftspräsident Dury nahe.

Die Überraschung war perfekt. Am Mittwoch stimmte auch der LCGB dem neuen Kollektivvertrag bei der Cargolux zu. Zuvor war die nach langwierigen Verhandlungen erzielte Vereinbarung lediglich vom OGBL getragen worden.

Wie gestern bekannt wurde, ließ sich der LCGB aller Voraussicht nach die Zustimmung sozusagen versilbern. In einer Mail an Präsident Patrick Dury, die auch dem Tageblatt vorliegt, stellte Cargolux-Generaldirektor Dirk Reich der Gewerkschaft als Gegenleistung für die Unterschrift unter dem Vertrag den Verzicht auf eine Schadensersatzklage gegen den LCGB in Aussicht. Man könnte den Vorgang jedoch auch als Erpressungsversuch der Cargolux-Direktion interpretieren.

Die Firma hatte gegen einen von der Gewerkschaft am 21. Juli 2015 einseitig ausgerufenen Warnstreik geklagt. Eine Schadensersatzklage hatte sie jedoch noch nicht eingereicht. Gerüchten zufolge hatte die Firma den entstandenen Schaden auf 2,5 bis 3 Millionen Euro geschätzt. Mehrere Flüge erlitten wegen des Arbeitskampfs Verspätung, Die Gewerkschaft wollte nicht von Warnstreik reden, sondern von Dienst nach Vorschrift. Ausschließlich das Bordpersonal hatten sich am Arbeitskampf beteiligt.

Dury und Reich sollten die Vereinbarung per Handschlag besiegeln, heißt es in der Mail.