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Der Henker des IS

Der Henker des IS
(AFP/ho)

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In Hinrichtungsvideos des IS fuchtelte er mit einem großen Messer herum. Dadurch wurde "Jihadi John" zum Gesicht des IS. Jetzt nahmen die USA sein Fahrzeug unter Beschuss.

Die USA haben mit einem gezielten Luftangriff versucht, den als «Jihadi John» bekannten Henker der Terrormiliz «Islamischer Staat» zu töten. Ob der als Mohammed Emwasi identifizierte britische Extremist bei dem Einsatz in Syrien ums Leben kam, war am Freitag noch nicht sicher. Das Ergebnis der Attacke werde derzeit geprüft, hieß es aus den USA und Großbritannien.

Ein US-Regierungsvertreter sagte, eine Drohne habe in der IS-Hochburg Rakka ein Fahrzeug beschossen, in dem Emwasi vermutet worden sei. Weitere Details nannte er nicht. US-Außenminister John Kerry sagte, es werde noch geprüft, ob der Angriff sein Ziel erreicht habe.

Nicht hundertprozentig sicher

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die von London aus mit einem Netzwerk lokaler Aktivisten zusammenarbeitet, erklärte, Kampfflugzeuge hätten in Rakka ein IS-Fahrzeug getroffen, als dieses den Sitz des Gouverneurs verließ. Dabei seien vier IS-Kämpfer getötet worden, unter ihnen ein Brite. Es sei sehr wahrscheinlich, aber nicht hundertprozentig sicher, dass es sich bei ihm um Emwasi handle, sagte der Chef der Organisation, Rami Abdurrahman.

Louise Woodward-Styles, die Mahnwachen für Geiseln organisiert hatte, erinnerte daran, dass die Leichen einiger Ermordeter immer noch nicht in die Heimat überführt worden seien. Falls Emwasi tatsächlich getötet worden sei, werde das den Angehörigen kaum inneren Frieden bringen. Auch fände sie es besser, wenn der Henker in Großbritannien vor Gericht gestellt würde.

Englisch mit britischem Akzent

Emwasi soll als Henker in IS-Videos zu sehen sein, die unter anderem die Enthauptungen der US-Journalisten Steven Sotloff und James Foley, des US-Entwicklungshelfers Abdul-Rahman Kassig, der britischen Entwicklungshelfer David Haines und Alan Henning sowie des aus Japan stammenden Journalisten Kenji Goto zeigen. In den Aufnahmen der Terrormiliz trat Emwasi meist vermummt, in schwarzer Kleidung und mit einem großen Messer auf und sprach Englisch mit britischem Akzent.

Der spanische Journalist Javier Espinosa, der mehr als ein halbes Jahr in der Gewalt des IS war, beschrieb Emwasi als blutrünstigen Psychopathen, der seine Gefangenen damit gequält habe, dass er ihnen Enthauptungen in allen Einzelheiten schildere. Die Geiseln hätten ihn wegen seines Akzents nach dem früheren Beatles-Mitglied John Lennon «Jihadi John» genannt.

Informatik-Student

Im Februar wurde Emwasi identifiziert, Experten bestätigten dies später. Ein früherer Anwalt von Emwasis Vater erklärte jedoch, es gebe keine Beweise dafür. Emwasi wurde in Kuwait geboren und kam noch als Junge nach Großbritannien, wie Medien unter Berufung auf syrische Aktivisten berichteten. Er ging in London zur Schule und studierte später Informatik an der University of Westminster. 2013 verließ er das Land Richtung Syrien. Er soll Mitte 20 sein.

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