Donnerstag22. Januar 2026

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Dem Sozialdumping auf der Spur

Dem Sozialdumping auf der Spur
(Tageblatt-Archiv)

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Lohn- und Sozialdumping gibt es auch in Luxemburg. Ein aktueller Fall sorgt derzeit in den Medien für Aufregung. Die Bauaufsicht hinkt hinterher.

Auf einer Baustelle muss ein portugiesischer Gastarbeiter sieben Tage die Woche arbeiten. Er erhielt dabei am Monatsende einen Lohn in Höhe von 540 Euro. «Uns ist das Problem bekannt»,heißt es am Dienstag von der Bauaufsicht ITM. Sie kündigt im Kampf gegen Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung und Sozialdumping verstärkte Kontrollen auf den Baustellen in Luxemburg an. Wenig Personal und schwache Gesetze, hindern oftmals bei den Kontrollen. Die ITM soll in dem Zusammenhang in Zukunft mit mehr Befugnissen ausgestattet werden. Im Arbeitsministerium wird derzeit ein entsprechender Gesetzestext ausgearbeitet.

Der OGBL fordert in dem Zusammenhang seit längerem eine strengere Gesetzgebung und mehr Personal für die Bauaufsicht in Luxemburg. «Die Strafen müssen höher ausfallen. Über 25 Euro wird da nur gelacht. Wir brauchen Strafen in einer Höhe von 25- bis 50.000 Euro. Außerdem müssen die Gerichte schneller reagieren. Wenn eine Strafe erst einen Monat nach dem Vergehen verhängt wird, die Firma aber schon nach zwei Wochen Luxemburg verlässt, haben wir unser Ziel verfehlt», erklärt Jean-Luc de Matteis, Zentralsekretär des OGBL-Syndikats Bau, Bauhandwerk und Metallkonstruktionen.

Falsche Versprechungen

Viele Entsendefirmen wie im oben genannten Fall (Portugal) spielen nicht nach den Regeln der EU-Entsenderichtlinie. Weil ihre Heimatregierungen oft beide Augen zudrücken, stellen sie ihre Arbeiter für Auslandeinsätze unter falschen Versprechungen und unterversichert ein.

Es werden Stundenlisten gefälscht, Arbeiter um viele Stundenlöhne betrogen. Es werden überhöhte Kosten für Unterkunft, Transport und Logis von den Löhnen abgezogen, obwohl das illegal ist. Der Betrug an portugiesischen Entsendearbeitern vor allem auf Baustellen in Luxemburg ist sehr häufig.