Wenige Tage vor dem UN-Klimagipfel in Paris hat das UN-Umweltprogramm (Unep) alle Länder zu höheren Klimaschutzzielen aufgerufen. Ihre bislang vorgelegten Ziele reichten bei weitem nicht aus, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, was als noch verträglich für Mensch und Natur gilt. Nach dem am Freitag in Genf vorgelegten Report steigt die Temperatur voraussichtlich um rund 3 Grad, wenn bis 2030 nicht mehr getan wird. Mit ihrem derzeitigen Klimaschutz und den vorgelegten Zielen reduzieren die Länder bis 2030 insgesamt laut Unep nur etwa halb so viele Treibhausgase, wie nötig seien.
Demnach werden die weltweiten Treibhausgas-Emissionen selbst bei Erfüllung aller vorgelegten Klimaziele im Jahr 2030 um etwa 12 bis 14 Milliarden Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (der Klimawirkung dieser Menge Kohlendioxid) zu hoch sein. Das entspricht rund der 14-fachen Menge des Treibhausgasausstoßes von Deutschland im vergangenem Jahr. Die Ziele reichen dem Report zufolge nicht, um den weltweiten Treibhausgasausstoß bis 2030 auf 42 Milliarden Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente zu begrenzen, die für das 2-Grad-Ziel nötig wären.
2-Grad-Ziel wird verfehlt
Der nunmehr sechste «Emissions Gap Report» (Bericht zur Emissions-Lücke) beruht auf einer Berechnung der Klimaschutzziele, die dem UN-Klimasekretariat bis zum 1. Oktober 2015 von 146 Ländern vorgelegt wurden. Damit könnten zwar große Fortschritte beim Klimaschutz erreicht werden. Jedoch würden sie längst nicht ausreichend, um das 2-Grad-Ziel zu verwirklichen.
Laut Unep wird die Emissions-Lücke 2025 ebenso wie 2030 wahrscheinlich immer noch «sehr bedeutend» sein. Als «Emissions Gap» (Emissions-Lücke) bezeichnen Klimaforscher die Differenz zwischen dem – für das 2-Grad-Ziel – maximalen Ausstoß von Treibhausgasen und den bislang weltweit vorliegenden Zusagen über Emissionsminderungen.
Empfehlungen
Die Unep-Experten empfehlen den Staaten auch mögliche Lösungsansätze für stärkere Treibhausgasreduzierungen, mit denen die die globale «Ambitionslücke» geschlossen werden könnte. Dazu gehört die Steigerung der Energieeffizienz und die Zusammenarbeit bei der Entwicklung erneuerbarer Energien.
Das UN-Klimasekretariat hatte die nationalen Klimaschutzzusagen der 146 beteiligten Staaten in seinem am 30. Oktober vorgelegten Bericht für den Weltklimagipfel in Paris (30. November bis 11. Dezember) als Fortschritt charakterisiert. Der insgesamt auf diese Staaten entfallende Anteil an den globalen Treibhausgasemissionen betrug im Jahr 2010 laut Klimasekretariat 86 Prozent.
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