Donnerstag22. Januar 2026

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«Das machen doch alle so»

«Das machen doch alle so»
(dpa)

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Der Skandal um veröffentliche Prüfungsfragen an Schulen in Luxemburg weitet sich aus. Immer mehr Lehrer bestätigen den laschen Umgang.

Zwei Lehrer stehen im Verdacht Prüfungsfragen illegal veröffentlicht zu haben. Ihnen droht ein Disziplinarverfahren. Das Unterrichtsministerium spricht am Dienstag von mehreren Indizien gegen die beiden Lehrer. Sie sollen Prüfungsfragen des vierten Lernzyklus der Grundschule heimlich an Eltern weitergereicht haben. Minister Claude Meisch (DP) versprach vergangene Woche eine umfangreiche Aufklärung in der Affäre. Die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet.

Der lasche Umgang und die Vorteilsnahme beim Thema Prüfungsfragen scheint sich jetzt immer mehr auszuweiten. Eine Lehrerin aus dem Norden von Luxemburg bestätig, dass es an ihrer Schule gezielten Unterricht auf entsprechende Prüfungen gab. «Wir haben die Schüler regelrecht auf die Antworten hin trainiert», betont sie gegenüber Tageblatt.lu. «Und das machen doch alle so,» wirft sie nach. Sie spricht von einem offenen Geheimnis. «Das fängt beim Empfang der Prüfungsfragen an, geht über die lockere Verwahrung der Blätter in Schränken ohne Schlösser weiter und endet beim gezielten Unterricht auf die Antworten. Die Frau beklagt in dem Zusammenhang das zu Teil mangelnde Unrechtsbewusstsein der Kollegen.

Deutsch und Französisch

Am vergangenen Mittwoch (18. März) veröffentlichte Tageblatt.lu als Erstes den Skandal um die Prüfungsfragen. Es geht um um den Schulleistungstests des 4. Lernzyklus der Grundschule in den Fächern Deutsch und Französisch. Eine Lehrerin aus Echternach rief in der Redaktion an. Sie sei im Besitz der Prüfungsfragen. Sie spricht von einer unfairen Angelegenheit und kritisiert den ungeschützen Umgang mit den sensiblen Daten. Sie macht Druck auf Veröffentlichung.

Jetzt kommen die beiden CSV-Mitglieder Martine Hansen und Félix Eischen ins Spiel. Sie hatten bereits am Dienstag (17. März) eine parlamentarische Anfrage zu den Prüfungsfragen im Parlament hinterlegt. Sie berufen sich dabei auf eine Mail von Lehrbeauftragten von Montag (16. März). Darin wird der lasche Umgang mit den Fragen kritisiert. Minister Meisch wusste scheinbar auch davon. Auf seiner Pressekonferenz zu dem Skandal am vergangenen Donnerstag (19. März) nannte er aber keine Details. Am Dienstag rudert die CSV in einem Schreiben zurück. RTL hatte die Frage von einem möglichen Intriegenspiel der Partei ins Spiel gebracht. Die Partei weist dies weit von sich.