Samstag24. Januar 2026

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Das grausame Geschäft mit der Bärengalle

Das grausame Geschäft mit der Bärengalle
(Reuters)

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Tierschützer haben in Vietnam sieben Kragenbären aus einer Anlage befreit, in denen ihnen Galle für den illegalen Handel abgezapft wurde.

Die Bären wurden nach Angaben der Tierschutzorganisation Animals Asia Anfang der Woche in extrem schlechtem Gesundheitszustand in der Küstenprovinz Quang Ninh gerettet. Ihre Gliedmaßen seien durch das Leben in den engen Käfigen teils verkrüppelt oder sie fehlten ganz.

Ihre Retter lockten die verstörten Kragenbären mit Honig aus den Käfigen oder betäubten sie für den Abtransport. Die Nutzung der Bären zur Entnahme ihrer Galle ist in Vietnam verboten, allerdings dürfen sie als Haustiere gehalten werden. Dieses gesetzliche Schlupfloch machen sich Händler zunutze, um die Verdauungsflüssigkeit, der in der traditionellen chinesischen Medizin Heilkräfte nachgesagt wird, doch abzapfen und verkaufen zu können.

Tortur

Die Entnahme der Gallenflüssigkeit ist für die Bären schmerzhaft. Bis zu dreimal täglich wird ihnen der Saft abgezapft – aus einer Wunde, die man oft nicht verheilen lässt. Die Tiere leiden daraufhin häufig an schweren Infektionen. In vielen Fällen verenden sie. Bei der Tortur werden die Tiere regelmäßig festgezurrt und unter Betäubungsmittel gesetzt, bevor ihre Halter mit oft verschmutzten Nadeln die Flüssigkeit direkt aus ihrer Gallenblase entnehmen.

Nachdem auf Galle-Farmen in Quang Ninh zuletzt immer mehr Bären gestorben waren, ordnete Vietnams Ministerpräsident Nguyen Tan Dung im März an, dass alle Bären der Provinz in artgerechten Gehegen untergebracht werden müssen. Im ganzen Land befinden sich laut Landwirtschaftsministerium noch rund 1245 von ihnen in Gefangenschaft.