Dänemark hat die Daten aus den sogenannten Panama Papers zu seinen eigenen Staatsbürgern gekauft. Die Steuerbehörde teilte am Donnerstag mit, sie habe einer anonymen Quelle sechs Millionen Kronen (810.000 Euro) für die Daten zu dubiosen Briefkastenfirmen dänischer Steuerzahler gezahlt.
Das Paket entspreche in seinem Umfang und seiner Qualität den Erwartungen, sagte ein Behördenvertreter. Es werde nun im Detail analysiert werden. Die Regierung hatte zuvor erklärt, der Kauf des Materials sei notwendig, um dem Verdacht auf Steuerhinterziehung nachgehen zu können. Demnach enthält das Material Angaben zu 500 bis 600 dänischen Steuerzahlern.
Durch die Auswertung von 11,5 Millionen zugespielten Dokumenten hatte das weltweit tätige Journalistennetzwerk ICIJ im Frühjahr enthüllt, wie die in Panama ansässige Finanzkanzlei Mossack Fonseca zahlreichen Menschen dabei half, Steuern zu umgehen. Die Enthüllungen über die dubiosen Finanzpraktiken, bei denen große Vermögenswerte in Briefkastenfirmen in Steueroasen versteckt wurden, brachten weltweit Politiker, Sportler und andere Prominente in Bedrängnis und riefen in vielen Ländern Steuerfahnder auf den Plan. Vor einigen Tagen begann der Untersuchungsausschusses des Europaparlaments mit der Aufarbeitung der Affäre. Zuerst wurden Journalisten angehört. In den nächsten Tagen soll auch die ehemalige EU-Kommissarin Neelie Kroes verhört werden.
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