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Bombenanschläge auf Busse

Bombenanschläge auf Busse

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Bei einer Serie von Bombenanschlägen auf Busse in den kenianischen Metropolen Mobasa und Nairobi sind am Wochenende mindestens sechs Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden.

In der Hafenstadt Mombasa starben am Samstag vier Menschen und 15 wurden verletzt. In der Hauptstadt Nairobi kamen am Sonntag bei einem Doppelanschlag mindestens zwei Menschen ums Leben, 62 weitere erlitten teils lebensgefährliche Verletzungen.

Logo" class="infobox_img" />Eine Anschlagsserie erschütterte am Wochenende Kenia. (Reuters)

In beiden Fällen bekannte sich zunächst niemand zu den Gewalttaten. Kenia wurde in jüngster Zeit immer wieder von blutigen Anschlägen erschüttert. Sie werden zum Teil aus Rache dafür verübt, dass Kenia das Nachbarland Somalia im Kampf gegen Islamisten unterstützt. So übernahm die somalische Shebab-Miliz die Verantwortung für den Überfall auf ein Einkaufszentrum in Nairobi, bei dem Ende September 67 Menschen getötet wurden.

Granate in Bus geworfen

Im bei Touristen beliebte Mombasa schleuderte ein Attentäter am Samstag im zentral gelegenen Viertel Mwembe Tayari eine Granate in einen Bus, wie das Innenministerium mitteilte. Am Eingang des bekannten «Reef»-Strandhotels in der zweitgrößten Stadt des Landes sei zudem ein selbstgebastelter Sprengsatz explodiert. Dieser habe aber niemanden verletzt.

«Letzte Nacht wurden unschuldige Zivilisten bei einem Doppelanschlag in Mombasa erneut zum Ziel von Terroristen», erklärte der kenianischen Staatspräsident Uhuru Kenyatta. Die Attentäter wollten «unsere Geschichte der Toleranz» beenden, doch der Staat werde sie als die «bösartigen Kriminellen» behandeln, die sie seien.

Im Bus klafft ein großes Loch

Am Sonntag wurde dann die Hauptstadt Ziel von Bombenanschlägen, hier wurden zwei Busse von Explosionen getroffen. Von den 62 Verletzten in Nairobi befänden sich 20 in Lebensgefahr, teilte das Katastrophenschutzzentrum am Abend mit. «Zwei Menschen sind auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben», sagte ein Polizeisprecher einem AFP-Reporter an einem der Anschlagsorte.

Dort war ein roter Bus mit einem großen Loch in der Seite zu sehen. Umherliegende Teile des Fahrzeuges waren mit Blut bespritzt. Kenianische Medien zeigten Bilder eines weiteren Busses, dessen Dach und Seiten durch die Explosion ausgebeult waren.

In den Fahrzeugen versteckt

Einige kenianische Medien berichteten, die Sprengsätze seien offenbar in den Bussen versteckt gewesen. Andere Berichte gingen aber ähnlich wie in Mombasa von auf die Fahrzeuge geschleuderte Granaten aus. Kenias Vize-Präsident William Ruto sagte am Sonntag, die Sicherheitskräfte hätten die Verfolgung der Urheber «dieser abscheulichen und feigen Tat» aufgenommen.

Die Sicherheitskräfte gehen seit Monaten massiv gegen mutmaßliche Islamisten vor, denen Verbindungen zur Shebab-Miliz nachgesagt werden. Das harte Vorgehen stößt bei Menschenrechtlern auf scharfe Kritik. Allein in Nairobi wurden tausende Menschen festgenommen, vor allem in dem von somalischen Einwanderern bewohnten Viertel Eastleigh.