Es geht um eine «Deponie», auf die vor rund 20 Jahren etwa 2.500 Lkw-Ladungen mit unsauberem Bauschutt und asphalthaltigem Straßenbelag in einer Senke im «Direndall» auf dubiose Weise endgelagert wurden. Damals hatte der Kehlener Gemeinderat, auf Belangen des Försters, grünes Licht für diese «Deponie» gegeben, nachdem sich auch der damalige Umweltminister Alex Bodry mit dem Projekt angefreundet hatte. Damals lauteten die Vorgaben aber wie folgt: Es sollte eine Lagerstätte für Erdaushub werden, später meinte man sogar, es soll eine Stelle zum Zwischenlagern von Baumstämmen entstehen.
Von Bauschutt, wie er dort vergraben wurde, war damals nie die Rede. Und doch geschah das, was wir heute kennen. Manche Verantwortliche drückten nicht nur ein, sondern gleich zwei Augen zu, und schon konnten die Lkw zweier Unternehmen Bauschutt im großen Stil in die Senke kippen. Nachdem wir im März an diesen Skandal erinnerten und gleich tags darauf politisch Verantwortliche uns glauben lassen wollten, dass alles, was in der Senke verschwand, mit der Zeit mineralisieren würde und dieser Fall nur halb so schlimm sei, wie wir das dargestellt hatten, wollten wir von der Umweltministerin wissen, was sie zu tun gedenkt.
Bohrungen
Die Antwort: Im Rahmen der Ausweisungen von Trinkwasserschutzzonen werden im Moment Bohrungen rund um die Quellen, die von der Gemeinde Kehlen genutzt werden, gemacht. Diese Bohrungen sind am Mittwoch am Standort der «Deponie» angelaufen und werden von einem Sudienbüro durchgeführt. Sie haben zum Zweck, den geologischen Aufbau und die Grundwasserfließrichtungen in der Umgebung zu erheben. Die Quellen Direndall/Kehlen seien zurzeit außer Betrieb, da auch hier zu hohe Werte von Metazachlor gemessen wurden.
Was die Resultate der Bohrungen und eventuellen Wasserproben anbelangt, darf man gespannt sein.
Zu Demaart
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