Der französische UMP-Politiker Laurent Wauquiez schwang vor kurzem in einem Fernsehinterview die Werbetrommel für sein neues Buch. Dabei sprach er über ein neues Kerneuropa mit sechs Staaten. Luxemburg ist nicht dabei. Nach seinem Willen sollten das Land aus der EU austreten. Er spricht von einem artifiziellen Luxemburg. Nachdem am Donnerstag der DP-Europaabgeordnete Charles Goerens sich bei der UMP schriftlich beschwerte, reagieren jetzt auch die anderen Parteien in Luxemburg.
«Ich bin entsetzt über so vie Dummheit,» sagt am Freitag der EVP-Spitzenkandidat Jean-Claude Juncker bei den Kollegen von Wort.lu. Er spricht von keinem Einzelfall. Die französischen Sozialisten hätten damit angefangen, Luxemburg als Steuerparadies darzustellen, mit dem Argument, Juncker könne nicht EU-Kommissionspräsident werden, weil er ein Mensch sei, der jahrelang die Steuerhinterziehung in Europa betrieben hätte, heißt es weiter.
Kritik
Juncker hat sich nach eigener Aussage an die UMP gewandt. «An der UMP sei es jetzt, in der Öffentlichkeit deutlich zu machen, dass sie die Meinung von Wauquiez nicht teile,» so Juncker auf Wort.lu.
In die Kritik reiht sich auch der Luxemburger EU-Abgeordnete Frank Engel sowie EU-Kommissarin EU-Justizkommissarin Viviane Reding ein. » Herr Wauquiez sollte seine seine Vorschläge lieber dazu nutzen, um seinem eigenen Land zu helfen. Lassen Sie uns über ein einiges Europa und nicht über ein Europa der Teilung sprechen,» so Reding am Freitag.
Zu Demaart
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