«Wir haben das Attentat von Lahore begangen, weil Christen unser Ziel sind», sagte der Sprecher Ehsanullah Ehsan der radikalen Taliban-Gruppierung Jamaat-ul-Ahrar am Montag per Telefon der Nachrichtenagentur AFP. Seine Gruppe plane weitere Anschläge, auch gegen Schulen und Universitäten.
Am Sonntag hatte sich ein Selbstmordattentäter in einem gut besuchten Park von Lahore, in dem viele Christen Ostern feierten, bei einem Spielplatz in die Luft gesprengt. Unter den mindestens 72 Toten und 230 Verletzten sind zahlreiche Kinder. Der Anschlag in der pakistanischen Metropole wurde international verurteilt. Auch der Luxemburger Premier Xavier Bettel zeigte sich auf Twitter betroffen:
I strongly condemn the bombing in #Lahore. My thoughts go to the innocent victims and their families. #LahoreBlast.
— Bettel Xavier (@Xavier_Bettel) 28. März 2016
Ban Ki Moon verurteilt Anschlag
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Selbstmordanschlag als «entsetzlichen Akt des Terrorismus» verurteilt. Die Verantwortlichen für den Anschlag mit mindestens 72 Toten in Lahore müssten zur Rechenschaft gezogen werden, erklärte Ban am Sonntag in New York. Zugleich forderte er die Regierung des mehrheitlich muslimischen Landes auf, alle Bürger einschließlich religiöser Minderheiten zu schützen.
Die Jamaat-ul-Ahrar (Freiheitskämpfergruppe) hatte sich im September 2014 unter dem Kommando des radikalen Islamisten Omar Khalid Khorasani von der Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) abgespalten, nachdem Maulana Fazlullah die Führung über das lose Bündnis mehrerer Rebellengruppen übernommen hatte. Fazlullah war im November 2014 zum TTP-Anführer aufgerückt, weil der vorherige TTP-Führer Hakimullah Mehsud bei einem US-Drohnenangriff getötet worden war. Die Jamaat-ul-Ahrar bekannte sich seitdem zu zahlreichen Anschlägen. Inzwischen schloss sie sich wieder den Taliban an, agiert aber weiter unter eigenem Namen.
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