Vor einem Pariser Gericht wurde am Mittwoch die Frage verhandelt, ob Frigide Barjot und ihr Ehemann aus ihrer mit öffentlichen Mitteln subventionierten Wohnung in der französischen Hauptstadt geworfen werden.
Das Pariser Amt für Sozialwohnungen (RIVP) wirft dem Paar vor, einen Teil der 173 Quadratmeter großen Wohnung im beliebten 15. Bezirk dem Verlag Jalons unterzuvermieten, den der Ehemann der Aktivistin betreibt. Das Amt sieht darin einen Verstoß gegen die Vorgaben des Mietvertrags, will diesen auflösen und das Ehepaar aus der Wohnung werfen. Über diesen Antrag wird das Gericht am 30. Oktober entscheiden.
2850 Euro Miete
Die Monatsmiete für die zweistöckige Wohnung beträgt 2850 Euro, was deutlich unter den in Paris üblichen Marktpreisen liegt. Gegen eine von der RIVP angestrebte Mieterhöhung hatte das Paar eine Sozialklausel gezogen und erklärt, über Einkünfte von nur rund 36.000 Euro im Jahr zu verfügen.
Als Anführerin der Bewegung gegen die Einführung der Homo-Ehe in Frankreich war Barjot, Kabarettistin und überzeugte Katholikin, auch international bekannt geworden. Inzwischen wurde sie aus der Bewegung «Demo für alle» gedrängt, deren Name eine Anspielung auf die «Ehe für alle» genannte Homo-Ehe ist. Das Wohnungsamt hatte die Aktivitäten des Paares unter die Lupe genommen, nachdem Barjot an der Spitze der Protestbewegung gegen die Homo-Ehe ein starkes Medieninteresse auf sich gezogen hatte.
Der Anwalt des Paares machte am Mittwoch vor Gericht geltend, die Wohnung sei nicht zu kommerziellen Zwecken genutzt worden. Der Verlag veröffentliche «geistige Werke» des Ehemannes. Jalons gibt vor allem humoristische Karikaturen von Zeitungen heraus, etwa «Le Monstre» in Anspielung auf die Abendzeitung «Le Monde».
Zu Demaart
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