Die EU-Kommission veröffentlichte am Mittwoch ihren Badegewässer-Bericht. Luxemburg war in der Pressemitteilung der EU-Kommission zu der Gruppe von Ländern gezählt worden, welche die strengen EU-Leitwerte nicht erfüllen. Luxemburg, die Niederlande, Bulgarien, Lettland und Belgien würden dem EU-Bericht zufolge nur einen geringen Anteil an Badegewässern aufweisen, welche die strengen Leitwerte erfüllen. Vor allem die Wasserqualität der Binnengewässer stelle ein Problem dar, so die EU-Kommission.
«Das ist falsch», betont der stellvertretende Direktor des luxemburgischen Wasserwirtschaftsamtes, Jean-Paul Lickes gegenüber Tageblatt.lu. «Das Wasser in Luxemburg ist konform.» Und verweist auf den offiziellen Bericht der Experten. Dort käme Luxemburg viel besser weg, als in der Pressemitteilung.
Aus 20 mach 10
Seitdem die neue Badegewässer-Richtlinie in Kraft trat, habe Luxemburg einige der vorher als Badegewässer ausgewiesenen Strände aus der Liste gestrichen, weil sie nicht mehr die notwendigen Kriterien erfüllten, erklärte Lickes. Vorher gab es 20 Badestrände im Großherzogtum, jetzt seien nur noch zehn übrig geblieben. Sechs von ihnen liegen am Stausee, zwei an der Mosel und zwei am See von Weiswampach. Insgesamt zehn Badestrände entlang der Our und der Sauer würden nicht mehr als solche ausgewiesen, entweder, weil sie eine Wassertiefe von unter 70 Zentimeter aufweisen oder weil sie eine schützenswerte Fauna und Flora besitzen, betont der stellvertretende Direktor der Behörde. Und die Wasserqualität der zehn verbleibenden Strände sei dem EU-Bericht zufolge fast zu 100 Prozent «exzellent».
Die EU-Kommission hat das Wasser von mehr als 22.000 Badegebieten an Stränden, Flüßen und Seen kontrolliert. Die Wasserqualität an Europas klassischen Urlaubsstränden ist im Allgemeinen gut. Insgesamt seien 77 Prozent der Badegewässer exzellent, heißt es in einer Pressemitteilung der EU. Das sind 3,5 Prozent mehr als vergangenes Jahr. In den beliebten Reisezielen Spanien, Italien und Portugal haben vier von fünf Badestellen exzellente Werte. Das sauberste Wasser bieten Zypern, Kroatien, Malta und Griechenland. Die Wasserqualität in Frankreich hingegen sei weniger gut als die der südlichen EU-Länder, heißt es im Bericht der Europäischen Umweltagentur. In Frankreich befinden sich 16 Prozent der europäischen Badegewässer. Von den französischen Badestränden sei das Wasser von nur etwa zwei Drittel «exzellent». Und nur 88 Prozent erfüllen alle EU-Kriterien.
95 Prozent sind konform
Mehr als 95 Prozent der Gewässer genügen den Mindestanforderungen der EU. Während sich die Qualität der Seen und Flüsse im Vergleich zum Vorjahr verbessert hat, hat sich das Wasser an Nord- und Ostseestränden allerdings etwas getrübt: 75,3 Prozent der Küstenbadestellen gelten als exzellent, das sind 5,2 Prozent weniger als im Vorjahr.
Die Überwachung der Wasserqualität ist Sache der örtlichen Behörden. Sie messen die Konzentration von Bakterien, die auf Verschmutzung durch Abwässer oder Gülle hinweisen. Die Badegewässer müssen die in der Badegewässerrichtlinie von 2006 festgelegten Standarts erfüllen. Die Direktive muss bis 2014 umgesetzt sein. Zwei Drittel der überwachten Badegebiete liegen an der Küste.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können