Noch nie in den vergangenen 30 Jahren war die Kluft zwischen Arm und Reich so groß wie heute.
Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung beziehen ein 9,5 mal höheres Einkommen wie die ärmsten zehn Prozent in den Ländern, die der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) angehören. Das geht aus einer neuen Studie der Organisation hervor.
Bessere Umverteilung führt zu höherem BIP
Während in den vergangenen Jahren die Spitzenverdiener weiter deutlich bei ihrem Einkommen zulegen konnten, stieg das Gehalt der unteren zehn Prozent selbst in der Zeit starken Wirtschaftswachstums wesentlich langsamer.
In Krisenzeiten ist das Einkommen der Menschen an der unteren Einkommensskala hingegen sogar gesunken. Die steigende Einkommensungleichheit betrifft aber alle Einkommensschichten.
Ungleiche Verteilung = weniger Wachstum
Die OECD-Studie hat auch festgestellt, dass die ungleiche Verteilung von Einkommen das Wirtschaftswachstum bremst. So habe die steigende Einkommensungleichheit der vergangenen 20 Jahre das Wachstum um 0,35 Prozentpunkte jährlich geschwächt. Den kumulierten Verlust an Bruttoinlandsprodukt (BIP) beziffert die OECD für den Zeitraum auf 8,5 Prozent.
Die Analyse der OECD ergab zudem, dass eine Einkommensumverteilung durch eine höhere Besteuerung von großen Einkommen nicht zu weniger Wirtschaftswachstum führt.
Insofern würde eine gerechtere Einkommensumverteilung von oben nach unten auch zu mehr Wirtschaftswachstum in den Ländern der OECD führen.
Zu Demaart
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