Der erneute Lokführer-Streik bei den Privatbahnen hat im Norden von Rheinland-Pfalz am Montag zu vielen Zugausfällen geführt. Bei der hessischen Vectus-Verkehrsgesellschaft, die im Westerwald verkehrt, machte sich der Ausstand besonders stark bemerkbar. «Wir liegen ähnlich wie zuletzt bei 72 Prozent Zugausfälle», sagte eine Sprecherin der Hessischen Landesbahn (HLB) in Frankfurt am Main. «Es ist Osterferienzeit, da ist ohnehin viel Personal im Urlaub.» Sie erwartet daher auch für die kommenden Tage keine Verbesserung der Lage. In der Pfalz waren zunächst keine Ausfälle bei den Zügen der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft bekannt.
Am stärksten sei die Vectus-Strecke von Limburg nach Au (Sieg) in Nordrhein-Westfalen betroffen. Auch die Linie von Limburg nach Siershahn (Westerwaldkreis) werde kaum mehr befahren, sagte die HLB-Sprecherin. Die Lokführergewerschaft hatte zu einem 60-stündigen Streik bei den privaten Bahn-Wettbewerbern aufgerufen. Der Ausstand begann am Montagnachmittag und soll bis Donnerstag um 2.00 Uhr dauern. Die Deutsche Bahn wird den Angaben zufolge nicht bestreikt.
Geringe Streikbeteiligung
Neben Vectus sollte in Rheinland-Pfalz nach Angaben der GDL auch die baden-württembergische Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) betroffen sein. Ein AVG-Sprecher sagte allerdings, es gebe in dem Unternehmen «eine extrem geringe Streikbeteiligung». Dennoch seien Zugausfälle möglich. «Die Strecke Karlsruhe – Germersheim könnte betroffen sein», sagte er mit Blick auf Rheinland-Pfalz.
Hintergrund der neuerlichen Streikwelle ist der Kampf der GDL für die einheitliche Bezahlung aller Lokführer in Deutschland. Für die 20 000 Lokführer beim Branchenführer Deutsche Bahn (DB) gilt bereits ein sogenannter Rahmentarifvertrag, der die wichtigsten tariflichen Eckpunkte wie Einkommen, Zulagen und Arbeitszeit regelt. Die GDL will, dass die DB-Konkurrenz – darunter die HLB und deren Tochter Vectus – diesen Vertrag ebenfalls in Kraft setzt, und zwar bundesweit für alle Lokführer. Die Gewerkschaft will an diesem Dienstag eine erste Zwischenbilanz des Streiks ziehen.
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