Die neue Arbeitsministerin Myriam El Khomri zeigte sich zufrieden mit den Zahlen der Arbeitslosigkeit im Monat September. Seit Anfang 2011 zeige sich eine Tendenz klar nach unten bei den Arbeitslosenzahlen, meinte sie bei der Vorstellung der Statistik. Grund zur Zufriedenheit hatte sie aber nur in einem Punkt. Die Zahl der Arbeitssuchenden unter 25 Jahre ging um 2,6 Prozent zurück. Die Zahlen, die die Statistikbehörde Insee für den Monat September vorlegte, hatte das Finanzministerium Mitte Oktober bereits bestätigt. Die französische Wirtschaft habe 24.000 mehr Arbeitsplätze geschaffen, als abgebaut worden seien verlautete es aus dem Gebäudekomplex Bercy, der sowohl das Wirtschaftsministerium als auch das Finanzministerium beheimatet.
Die französische Arbeitslosenstatistik unterscheidet sich von der deutschen und der luxemburgischen. Sie unterteilt die Arbeitssuchenden in fünf verschiedene Bereiche und darin wiederum in Alters- und Geschlechtsklassen. Außerdem vergleicht sie zunächst immer nur mit dem Vormonat und stellt nur die Klasse „A“ heraus. Die umfasst allerdings nur diejenigen, die keine Arbeit haben und aktiv eine suchen. In Klasse „B“ erscheinen die Arbeitslosen, die eine geringfügige Beschäftigung haben und aktiv suchen. Die jetzt für September bekannt gegebene Zahl bezieht sich im Vergleich auf den Vormonat August, der ein Ferienmonat war. Mit dem Wiederbeginn er wirtschaftlichen Tätigkeit setzten auch die Einstellungen ein. Frankreichs Arbeitsminister kommentieren auch immer nur die Situation in der Klasse „A“. Insgesamt aber, stellen die Ökonomen heraus, gibt es im Jahresvergleich 2014 zu 2015 im September einen Anstieg um 110.000 Arbeitssuchende oder 5,4 Prozent. Nimmt man alle Klassen zusammen, dann liegt die Zahl der Arbeitssuchenden in Frankreich laut Zusammenstellung der Präfektur Metz im September 2015 bei 6,111 Millionen. Das sind 5,4 Prozent mehr als im September 2014, aber 0,1 Prozent weniger als im August 2015. Sowohl die Arbeitsministerin als auch der „Elyseepalast“ sind daher in der Kommentierung eher zurückhaltend.
Weniger Jugendliche auf Jobsuche
Mit 14.000 Jugendlichen unter 25 Jahren weniger erlebt der Arbeitsmarkt in diesem Sektor seine größte Entspannung seit zweieinhalb Jahren. Allerdings lässt sich die französische Regierung die Einstellungen durch Subventionen viel Geld kosten. Beunruhigend ist in Frankreich die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die länger als ein Jahr arbeitslos sind und deren Arbeitslosengeld ausläuft. Hier suchen 2,5 Millionen Menschen eine Arbeit. Frankreichs Regierung bietet zwar Umschulungen und Weiterbildungen an, hat damit allerdings mit 200.000 nicht einmal zehn Prozent der Betroffenen erreicht. Nicht anders sieht die Situation bei den Senioren aus. Die Arbeitslosigkeit bei den über 50-Jährigen hat im September mit einer Zunahme von 0,1 Prozent zwar stagniert, im Jahresvergleich ist sie aber um 8,9 Prozent gestiegen. Jeder zweite Langzeitarbeitslose ist über 50 Jahre alt und steht vor der Verelendung.
In Lothringen liegt die Zahl der Arbeitssuchenden in den drei Kategorien, die keine oder nur geringe Arbeit haben, bei 193.060 Menschen. In allen fünf Kategorien sind es 219.510. Das stellt keine Veränderung gegenüber August 2015 dar, aber eine Erhöhung um 4,4 Prozent gegenüber September 2014.
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