Weiterer Rückschlag für die Raumfahrtnation Russland: Durch eine technische Panne nach dem Start hat ein Satellit die geplante Erdumlaufbahn im ersten Anlauf verfehlt. Die Flugleitzentrale versuche nun in einem komplizierten Manöver, den 4,5 Tonnen schweren Nachrichtensatelliten Jamal-402 mit Hilfe seiner Motoren doch noch auf den richtigen Kurs zu bringen. Das teilte die Raumfahrtbehörde Roskosmos laut der Agentur Ria Nowosti am Sonntag in Moskau mit.
Erst im August hatte Russland zwei Nachrichtensatelliten wegen einer defekten Proton-M-Trägerrakete verloren. Diesmal habe die Rakete den Satelliten vier Minuten zu früh ausgesetzt, hieß es.
Kurskorrektur dauert drei Tage
Die Kurskorrektur könne drei Tage dauern, sagte Roskosmos-Sprecher Alexej Kusnezow. «Falls die vorzeitige Trennung den Satelliten nicht beschädigt hat, sehen wir eine Chance.» Allerdings sei schon jetzt klar, dass Jamal-402 auch im Erfolgsfall nicht mehr alle Aufgaben erfüllen könne. Der von französischen und russischen Firmen hergestellte Satellit soll in den nächsten 15 Jahren die Fernseh- und Internetverbindungen in Russland und in Westeuropa verbessern.
Am Samstag war Jamal-402 mit einer Proton-M-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus ins All gestartet. Die jüngsten Pannen in der russischen Raumfahrt hatten zu zahlreichen Entlassungen geführt.
Zu Demaart
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