Die dreitägige Abstimmung begann am Freitagmorgen und wird an rund 2500 Wahlstationen sowie im Internet abgehalten; mit ersten Ergebnissen wird am Sonntagabend gerechnet. Mit der von vielen kritisierten Befragung reagiert die Partei von Präsident François Hollande auf eine Entscheidung der Grünen, bei den Wahlen in vier der dreizehn künftigen Regionen des Landes mit der rivalisierenden Linksfront zusammenzuarbeiten.
An der Abstimmung kann jeder teilnehmen, der sich «linken Werten» verbunden fühlt. Beantwortet werden soll die Frage: «Sind Sie angesichts der Rechten und der Rechtsextremen für eine Einheit der Linken und Grünen bei den Regionalwahlen?»
Kritik am Sinn der Befragung
Nicht nur bei den Sozialisten wird die Sinnhaftigkeit der Initiative von Parteichef Jean-Christophe Cambadélis angezweifelt. Die ehemalige Grüne Ministerin Cécile Duflot kommentierte die Abstimmung mit den Worten, es könne genauso gut darüber befunden werden, ob die Wähler «für den Frieden oder gegen den Krieg» seien. Cambadélis hofft dennoch, mit dem Votum die Einheit der gemäßigten Linken symbolisch zu festigen. Allerdings korrigierte er die erwartete Beteiligung schon von 300.000 auf 200.000 Teilnehmer nach unten – eine noch niedrigere Beteiligung wäre eine Schlappe für den Sozialistenchef.
Dass die Grünen in mehreren Regionen nicht mehr mit den Sozialisten paktieren, könnte der Regierungspartei herbe Niederlagen einbringen. Cambadélis hält die Entscheidung der Grünen daher für «nicht nachvollziehbar». Über 15 Jahre hinweg hätten beide Parteien in den Regionen gemeinsam regiert und dürften nun nicht wegen «Meinungsverschiedenheiten» auf nationaler Ebene den Rechten und extremen Rechten den Weg bereiten.
Hollandes Partei liegt jüngsten Umfragen zufolge in der Wählergunst hinter den Konservativen und der rechtsextremen Front National (FN) von Marine Le Pen. Die Regionalwahlen am 6. und 13. Dezember gelten als wichtiger Gradmesser für die politische Stimmung im Land. Sie sind der letzte große Wahlgang in Frankreich vor den nächsten Präsidentschaftswahlen im Frühjahr 2017.
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