50 Jahre nach Unterzeichnung des «Civil Rights Act» zur Stärkung der Bürgerrechte für Schwarze hat Amerika der seitdem erzielten Fortschritte, aber auch der Versäumnisse gedacht. Das Gesetz habe das Land dem verfassungsrechtlich verankerten Grundsatz nähergebracht, dass alle Menschen gleich geschaffen wurden, teilte Präsident Barack Obama am Mittwoch mit. «Aber diese Reise geht weiter.» Auch ein halbes Jahrhundert später müssten noch «Barrieren niedergerissen» werden, um volle Chancengleichheit für alle Amerikaner zu erreichen.
Zeitungen im ganzen Land erinnerten an die Bürgerrechte für Schwarze – eine der wichtigsten Errungenschaften in der US-Geschichte. «Ohne das Gesetz wäre Barack Obama nicht Präsident», schreibt etwa «The Dallas Morning News». Doch zugleich bemängelte das Blatt schwere Ungerechtigkeiten: Gerichte seien nach wie vor feindlich gegenüber Afroamerikanern eingestellt, faire Wahlgesetze seien in Gefahr, und in den Gefängnissen säßen noch immer unverhältnismäßig viele Schwarze.
Lyndon B. Johnson
Präsident Lyndon B. Johnson hatte das historische Anti-Diskriminierungs-Gesetz am 2. Juli 1964 unterschrieben. Es verspricht der schwarzen Minderheit gleiche Rechte wie weißen Bürgern. Verbote für Schwarze in Bussen und Bahnen, Kinos, Restaurants und Geschäften wurden für illegal erklärt, Arbeitgeber durften Mitarbeiter nicht mehr nach der Hautfarbe auswählen. Ein Jahrhundert nach Ende der Sklaverei sollte die systematische Schlechterstellung von Bürgern schwarzer Hautfarbe beendet werden.
Die «New York Times» verwies darauf, dass immer mehr Weiße «durch dieselben strukturellen Barrieren benachteiligt werden». Denn die Kluft zwischen Arm und Reich in den USA werde immer größer. So lebten etwa heute lediglich 42 Prozent in einem Wohnviertel der Mittelklasse – 1970 seien es noch 65 Prozent gewesen. Die Bürgerrechtsbewegung müsse sich heute auf gemeinsame Interessen und Ziele von Schwarzen, Latinos und Weißen konzentrieren.
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