Gegen den französischen Rechtsextremisten Jean-Marie Le Pen und seine Frau Jany ist seit Ende September eine Klage des Fiskus wegen eines schweren Falls der Steuerhinterziehung anhängig. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Mittwochabend aus Justizkreisen. Zuvor waren im Laufe des Tages auf Anordnung der Justiz Büros und das Haus des Gründers der rechtsextremen Partei Front National (FN) im Großraum Paris durchsucht worden.
Gegen den langjährigen FN-Vorsitzenden, den die inzwischen von seiner Tochter Marine geführte Partei im Sommer ausgeschlossen hatte, laufen seit Juni Ermittlungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und Geldwäsche.
Der 87-jährige Le Pen, nach wie vor Abgeordneter des Europaparlaments, bestritt am Mittwoch erneut, gegen das Gesetz verstoßen zu haben. Sein Anwalt Frédéric Joachim prangerte eine «Schmutzkampagne» gegen seinen Mandanten an. Ende April hatte die investigative Onlinezeitschrift «Mediapart» enthüllt, dass die Anti-Geldwäsche-Abteilung des Finanzministeriums (Tracfin) wegen eines Trusts auf den britischen Jungferninseln ermittelt, der von Genf aus verwaltet wurde und auf den persönlichen Assistenten von Le Pen lief. Demnach enthielt er 2,2 Millionen Euro, davon 1,7 Millionen in Gold. Nach Angaben aus Justizkreisen wurde das Konto 2014 geschlossen und das Geld auf eine Bank auf den Bahamas überwiesen. Le Pen bestreitet, an einem Trust im Ausland beteiligt zu sein.
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