Der IWF erwartet sich weniger Wachstum für dieses Jahr. Verantwortlich dafür sei aber weniger die Griechenland-Krise, sondern vor allem der harte Winter in den USA, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht hervorgeht.
Der IWF erwartet für 2015 einen Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung um 3,3 Prozent, ein Minus von 0,2 Prozentpunkten im Vergleich zur Prognose vom April. «Die Entwicklungen in Griechenland haben bislang nicht zu einer bedeutenden Ansteckung geführt», schreiben die Experten des Währungsfonds. Zwar gebe es «einige Risiken des Wiedererscheinens finanzieller Turbulenzen», die mit «zeitnahem politischen Handeln» aber unter Kontrolle gebracht werden könnten.
+1,5 Prozent für den Euroraum
Der IWF beließ seine diesjährige Wachstumsprognose für den Euroraum bei 1,5 Prozent. Auch der Wachstumsausblick für Deutschland (1,6 Prozent) und Frankreich (1,2 Prozent) blieb unverändert im Vergleich zum April. In der Eurozone sei die wirtschaftliche Erholung «weitgehend auf Kurs», schrieben die IWF-Experten. Die Wachstumsprognosen für Spanien und Italien wurden leicht auf 3,1 beziehungsweise 0,7 Prozent angehoben. In Griechenland dürften die dortigen Entwicklungen dagegen «einen viel heftigeren Tribut» bei der Wirtschaftsleistung fordern als bislang erwartet, hieß es.
Maßgeblicher Grund für die gesenkte weltweite Wirtschaftsprognose ist den Angaben zufolge das schwache US-Wachstum zu Jahresbeginn. Der außergewöhnlich kalte Winter und auch der Streik der Hafenarbeiter an der US-Westküste hätten die größte Volkswirtschaft der Welt gehemmt, erklärte der IWF und senkte den Ausblick der USA für 2015 um 0,6 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent. Diese «unerwartete Schwäche» der US-Wirtschaft sei aber nur «vorübergehend».
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