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Freyberg will offenbar zurücktreten

Freyberg will offenbar zurücktreten

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Der deutsche Unternehmer Ernst von Freyberg will sein Amt als Präsident der Vatikanbank offenbar in Kürze aufgeben.

Der 55-Jährige trete aus freien Stücken zurück, vermutlich bei der Vorstellung des nächsten Jahresberichts im Juli oder im September, hieß es am Dienstag nach übereinstimmenden Angaben aus informierten Kreisen.

Freyberg leitet seit Februar 2013 die von Skandalen geplagte Bank, die offiziell Istituto per le Opere di Religione (IOR) heißt. Seine Berufung war eine der letzten Entscheidungen des inzwischen emeritierten Papstes Benedikt XVI. Nach Angaben des Vatikan-Experten des «Boston Globe», John Allen, wurde die Entscheidung bei einer Versammlung des neuen Wirtschaftsrats unter Leitung des deutschen Kardinals Reinhard Marx am vergangenen Samstag bekannt gegeben. Als Nachfolger Freybergs wird demnach der Franzose Jean-Baptiste de Franssu gehandelt.

Keine Vertrauensbasis

Nach Informationen der Tageszeitung «La Croix» ist es dem deutschen Bankpräsidenten nicht gelungen, ein Vertrauensverhältnis zu Benedikts Nachfolger, Papst Franziskus, aufzubauen. Andere Quellen führen familiäre Gründe für die Entscheidung an, denn Freyberg pendelt zwischen Deutschland und seinem Arbeitsplatz in Vatikan.

Freyberg war angetreten, den Ruf der Vatikanbank, die wiederholt wegen Geldwäschevorwürfen in die Schlagzeilen geraten war, zu verbessern. So legte das Geldinstitut im vergangenen Oktober erstmals einen Jahresbericht vor. Zudem beauftragte er das Unternehmen Promontory Financial Group damit, die knapp 19.000 Konten der Vatikanbank unter die Lupe zu nehmen. 1400 von ihnen wurden seitdem geschlossen.