Bulgarische Grenzwachen haben am Donnerstagabend einen afghanischen Flüchtling beim Versuch, illegal über die Grenze zu kommen, erschossen. Eine Sprecherin des bulgarischen Innenministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Mann habe gemeinsam mit einer größeren Gruppe versucht, von der Türkei aus nach Bulgarien zu kommen. Dabei sei er von einer Kugel getroffen worden, auf dem Weg zum Krankenhaus sei er dann seinen Verletzungen erlegen.
Der Vorfall ereignete sich demnach in der Nähe der südostbulgarischen Kleinstadt Sredez. Nach einem Bericht des Rundfunksenders BNR hatte eine Grenzpatrouille 48 Afghanen gestoppt, die ihren Anordnungen, umgehend umzukehren, nicht folgen wollten. Laut dem Sender sollen Ermittlungen nun herausfinden, ob der Mann bewaffnet war und die Grenzpolizisten einen Schuss erwiderten oder ob sie Warnschüsse in die Luft abgaben und dabei das Opfer getroffen wurde.
400 Meter mitgeschleift
Am Eurotunnel im nordfranzösischen Calais ist erneut ein Flüchtling ums Leben gekommen. Das Opfer sei in der Nacht zum Freitag von einem aus Großbritannien kommenden Zug erfasst worden, teilte ein Eurotunnel-Sprecher mit. Rettungskräfte sagten der Nachrichtenagentur AFP, es sei unmöglich gewesen, das Alter, das Geschlecht oder die Nationalität des Opfers festzustellen, da der Körper über mehr als 400 Meter mitgeschleift worden sei. Beeinträchtigungen im Eurotunnelverkehr gab es nach Betreiberangaben wegen des Unfalls nicht.
Es ist bereits der 16. tödliche Unfall eines Flüchtlings in der Region seit Ende Juni. In Calais und Umgebung sitzen zwischen 4000 und 5000 Flüchtlinge fest, die meisten von ihnen stammen aus Ostafrika, Syrien und Afghanistan. Sie hoffen, auf Fähren über den Ärmelkanal oder auf Zügen durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. Die Lage eskalierte Ende Juli, als in manchen Nächten rund 2000 Versuche von Flüchtlingen gezählt wurden, auf das Eurotunnel-Gelände zu gelangen.
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