Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in den 19 Euro-Staaten ist zu Jahresbeginn so stark gestiegen wie seit 2009 nicht mehr. Von Anfang Die UJanuar bis Ende März verzeichneten EU-Statistiker im Vergleich zum Vorquartal ein Plus von 0,9 Prozent. Zuletzt hatte es einen solchen Anstieg des verfügbaren Bruttoeinkommens vor sechs Jahren gegeben. Zwischen Ende 2009 und Ende 2012 ging es sogar fast durchgängig zurück.
Die Wirtschaft dürfte freuen, dass mit dem Pro-Kopf-Einkommen der privaten Haushalte auch die Konsumausgaben stiegen. Sie erhöhten sich im ersten Quartal dieses Jahres durchschnittlich um 0,8 Prozent nach einer Zunahme von 0,2 Prozent im Vorquartal, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte. Einen ähnlichen starken Anstieg des Pro-Kopf-Konsums hatte es mit 0,7 Prozent zuletzt im ersten Quartal 2004 gegeben.
Keine Annäherung
Anfängliche Hoffnungen auf ein Abnehmen der ökonomischen Unterschiede in der EU erfüllten sich der am Mittwoch veröffentlichen Untersuchung der Währungshüter zufolge nicht. «Der Fortschritt in Richtung einer realen Annäherung unter den zwölf Ländern, die die Euro-Zone in den Anfangsjahren geformt haben, ist enttäuschend gewesen», hieß es der Studie. Zu den Gründen zählte die EZB unter anderem schwache Institutionen, wirtschaftliche Hemmnisse und ein schwaches Wachstum der Produktivtät. Die 2007 ausgebrochene Weltfinanzkrise habe zudem schwere strukturelle Mängel bei einigen Euro-Ländern zum Vorschein treten lassen.
Zu den zwölf Euro-Staaten, die 2002 bei der Euro-Einführung von Beginn an dabei waren, zählen Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Finnland, Griechenland, Irland, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Laut der EZB-Studie haben zwischen 1999 und 2014 Länder mit eher niedrigem Einkommen wie Spanien und Portugal nicht aufgeholt. Bei Griechenland habe sich der Einkommensabstand zum Länderdurchschnitt in den vergangenen 15 Jahren sogar noch vergrößert. «Italien, anfänglich ein Land mit höherem Einkommen, verzeichnete die schlechteste Entwicklung.» Der Unterschied zur Gruppe der Länder mit hohem Einkommen sei inzwischen erheblich. So sei Italien fast über den gesamten Zeitraum hinweg weniger stark gewachsen als der Durchschnitt der Länder.
Laut den EZB-Experten lässt sich diese Entwicklung nur teilweise mit der Finanz- und Wirtschaftskrise nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehmann Brothers erklären. So habe Irland beispielsweise 2008 bis 2012 eine schwere Krise durchlitten. Dennoch seien Verbesserungen zu erkennen – Irland zähle weiterhin zu den Ländern mit höherem Einkommen.
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