Montag26. Januar 2026

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Bürger sehen EU-Politik auf Irrweg

Bürger sehen EU-Politik auf Irrweg
(Reuters/Eric Vidal)

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Die Spitzenpolitiker der Europäischen Union sind einer Umfrage zufolge bekannter als die Regierungschefs von Italien oder Spanien.

So sind 40 Prozent der Bürger die Namen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz geläufig, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung ergab. Dagegen war der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi nur 32 Prozent und sein spanischer Kollege Mariano Rajoy sogar nur 22 Prozent der Befragten ein Begriff. Auch von EU-Ratspräsident Donald Tusk (34 Prozent) und EZB-Präsident Mario Draghi (33 Prozent) haben mehr Menschen gehört. Den höchsten Bekanntheitsgrad in der EU genießt Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 83 Prozent.

In der Studie äußerten 72 Prozent der Befragten die Meinung, dass die EU-Politik insgesamt in die falsche Richtung läuft. Unter den Bewohnern der Euro-Länder waren es sogar 77 Prozent. Zum Zeitpunkt der Befragung von mehr als 12 000 Bürgern in allen europäischen Mitgliedstaaten im Juli 2015 hatte die Diskussion um Griechenland und um die Euro-Rettungspolitik gerade einen Höhepunkt erreicht.

Der Verbleib im Euro-Raum

Auf die Frage, wie sie bei einem Referendum über die EU-Mitgliedschaft ihres Landes abstimmen würden, antworteten indes 71 Prozent der Befragten, dass sie für einen Verbleib wären. 63 Prozent der Befragten im Euro-Raum würden auch für den Verbleib im Euro-Raum votieren, wie die Bertelsmann Stiftung mitteilte. Am geringsten war die Zustimmung in Großbritannien mit 59 Prozent. Dass Deutschland eine führende Rolle in der EU übernimmt, fanden 55 Prozent der Befragten «gut» oder «sehr gut».

Als vordringliche Aufgaben der EU nannten die Befragten die Wahrung von Frieden und Sicherheit (61 Prozent), wirtschaftliches Wachstum (53 Prozent) und die Verringerung von sozialer Ungleichheit (47 Prozent).