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Astronaut bricht Außenbord-Einsatz ab

Astronaut bricht Außenbord-Einsatz ab

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Dramatische Minuten außerhalb der Internationalen Raumstation ISS: Der Helm eines Astronauten füllt sich mit Wasser, er muss von einem Kollegen gerettet werden.

Während eines Außenbordeinsatzes an der Internationalen Raumstation ISS ist am Dienstag Wasser in den Helm eines Astronauten gelaufen. Das Wasser lief dem Italiener Luca Parmitano während des Einsatzes in Augen, Mund und Nase, sein amerikanischer Kollege konnte ihn aber wieder sicher zurück in die ISS bringen, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte. «Er sieht elend aus. Aber er ist ok», versicherte der US-Astronaut Christopher Cassidy der Bodenkontrolle. Wie es zu dem Wasserleck kommen konnte, war zunächst unklar.

Möglicherweise stammte das Wasser aus der Trinkflasche am Helm, aus der die Astronauten während ihrer stundenlangen Außenbordeinsätze trinken. Parmitano erklärte aber nach seiner Rückkehr auf die ISS, dass die Flüssigkeit nicht nach Trinkwasser geschmeckt habe.

Abbrüche sind selten

Die Nasa bricht nur selten Außenbordeinsätze an der ISS ab. Doch am Dienstag hatte die Weltraumbehörde keine andere Wahl. Der Italiener hätte an den schwebenden Wassertropfen ersticken können, zum Schluss konnte er weder hören noch sprechen. «Es ist viel Wasser», sagte Parmitano noch, bevor seine Mitastronauten, die das Drama von der Raumstation aus verfolgt hatten, ihm nach seiner Rückkehr den Helm vom Kopf rissen. Die Probleme begannen etwas mehr als eine Stunde nach Beginn des eigentlich sechsstündigen Einsatzes, bei dem an der Verkabelung gearbeitet und routinemäßige Arbeiten zur Instandhaltung der ISS durchgeführt hätten werden sollen.

Parmitano meldete über Funk, dass er Wasser an seinem Hinterkopf spüre, er hielt es aber zunächst wegen der anstrengenden Arbeiten für Schweiß. Sein Partner Cassidy vermutete hingegen Wasser aus der Trinkflasche des Italieners. Rund ein halber Liter sei ausgelaufen, sagte er.

Astronaut wurde abgetrocknet

Im Inneren der ISS nahmen die übrigen vier Astronauten dem Italiener, für den es erst der zweite Außenbordeinsatz war, gemeinsam den Helm vom Kopf, und trockneten ihn mit Handtüchern ab. Wasserbälle schwebten durch die Station, doch Parmitano selbst wirkte in den Bildern von Nasa TV gefasst. «Für ihn hat das Wasser offensichtlich nicht wie unser normales Trinkwasser geschmeckt», sagte Astronaut Cassidy der Nasa-Einsatzleitung am Boden. Mit einem Lächeln hakte der Italiener ein und sagte: «Nur damit du es weißt, ich bin am Leben und kann diese Fragen auch beantworten.»

Die Nasa lobte das ISS-Team für die schnelle Reaktion und ordnete einen Funktermin des Astronauten mit Flugärzten an, um gesundheitliche Schäden auszuschließen. Ingenieure der Raumfahrtorganisation untersuchten mögliche Ursachen des Lecks.

Es war der schnellste Abbruch eines Außenbordeinsatzes an der ISS seit 2004, als russische und amerikanische Astronauten nach nur 14 Minuten wegen Problemen mit den Raumanzügen wieder zurück in die Raumstation beordert wurden.