Griechenland benötigt nach Auffassung des Chefs des Euro-Rettungsfonds (ESM), Klaus Regling, kein weiteres Kreditprogramm. «Wenn die nächsten 18 Monate gut genutzt werden, bin ich zuversichtlich, dass dies das letzte Programm ist, das Griechenland machen muss», sagte Regling der «Süddeutschen Zeitung» vom Mittwoch.
Er gehe davon aus, dass Griechenland von Mitte 2018 an «auf eigenen Beinen steht und sich selbst Geld am Markt besorgen kann». Das hoch verschuldete Land habe Fortschritte gemacht, sagte Regling dem Blatt.
Unterschiedliche Prognosen
Zu Beginn der Krise habe das Haushaltsdefizit 15,6 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen. Nun liege es bei einem Prozent. Mit Blick auf die unklare Lage um den Internationalen Währungsfonds (IWF) sagte Regling, es gebe zwar unterschiedliche Prognosen, etwa in der Analyse, wie tragfähig die griechischen Schulden seien. Es gebe mit dem IWF aber keine Differenzen darüber, was Griechenland bis zum Abschluss des laufenden Programms tun müsse.
Beim laufenden dritten Hilfsprogramm konnten die Europäer den IWF bislang nicht überzeugen, sich daran zu beteiligen. Der Fonds schätzt die Wirtschaftslage in Griechenland weitaus negativer ein als die europäischen Kreditgeber. Regling sagte, es sei aus seiner Sicht denkbar, dass der ESM künftig angeschlagene Euro-Staaten alleine rette. Im Fall Athens sei das jedoch anders vereinbart worden.
Zu Demaart
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