Sonntag18. Januar 2026

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Assad beruft neue Regierung

Assad beruft neue Regierung
(dapd)

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Nach wochenlangen Protesten hat der syrische Ministerpräsident Adel Safar eine neue Regierung vorgestellt. Dem Kabinett gehören 30 Minister an, deren Namen die amtliche Nachrichtenagentur SANA veröffentlichte.

Genauere Angaben wurden zunächst nicht gemacht. Das bisherige Kabinett hatte Präsident Assad als Reaktion auf die anhaltenden Proteste im Land vor zwei Wochen aufgelöst. Den früheren Landwirtschaftsminister Safar ernannte Assad zum Ministerpräsidenten und beauftragte ihn mit der Bildung einer neuen Regierung.

Der syrische Präsident Baschar Assad hat Staatsmedien zufolge am Donnerstag die Freilassung Hunderter bei Protesten festgenommener Demonstranten angeordnet. Offenbar versucht Assad damit, vor den für Freitag erwarteten Demonstrationen, die Lage zu beruhigen. Bei der Verkündung der Freilassung im Staatsfernsehen wurden keine Angaben darüber gemacht, wie viele Häftlinge freikommen sollen oder wie viele überhaupt im Gefängnis sitzen. Die Anordnung betreffe nicht die Häftlinge, die in kriminelle Aktionen verwickelt gewesen seien, hieß es.

Anhaltende Demonstrationen

In der Hafenstadt Banias wurde amtlichen Medien zufolge am Donnerstag ein Soldat von Scharfschützen getötet. Ein weiteres Mitglied der Sicherheitskräfte sei bei dem Angriff in der von anhaltenden Demonstrationen gegen das Regime betroffenen Stadt verletzt worden, hieß es. Wie Anhänger der Protestbewegung mitteilten, waren erst am Morgen Dutzende zuvor in Banias festgenommene Aktivisten aus der Haft entlassen worden.

Unterdessen traf am Donnerstag eine Delegation aus der südsyrischen Unruheprovinz Daraa mit Assad zusammen. Das Treffen zeige, dass es Bemühungen zur Beruhigung der Lage gebe, hieß es aus Regierungskreisen. In Daraa hatten die syrischen Proteste, bei denen Demonstranten politische Reformen und ein Ende des seit Jahrzehnten geltenden Notstands fordern, im vergangenen Monat begonnen.

Hunderte Tote

Die Regierung in Damaskus ist seitdem mehrfach mit Gewalt gegen die Kundgebungen vorgegangen und hat versucht, die Demonstranten als von außen gesteuert darzustellen. Nach Angaben syrischer Bürgerrechtler wurden mehr als 200 Menschen getötet. Der blutigste Tag war der vergangene Freitag, an dem 37 Menschen in Syrien der Gewalt zum Opfer fielen, die meisten davon in Daraa.